Ronaldo lässt bei Real schon die Kasse klingeln
Madrid (dpa) - 07.07.2009, 11:55 Uhr
Cristiano Ronaldo ist von der Kulisse der 80 000 Fans im Stadion sichtlich angetan.
Real Madrid macht mit seinem neuen Idol Cristiano Ronaldo bereits bares Geld: Von dem Trikot mit der Nummer «9» und dem Namenszug des Portugiesen wurden bereits mehr als 5000 Stück verkauft, wie der spanische Rundfunk berichtete. Jedes der Shirts kostet 80 Euro. Der 24-Jährige hatte sich eigentlich wie bei seinem vorigen Verein Manchester United die «7» als Rückennummer gewünscht, diese gehört jedoch Kapitän Raúl. Die «9» hatte bei Real Madrid unter anderem Fußballlegende Alfredo di Stéfano getragen. Dieser war bei der Vorstellung ebenso anwesend wie der legendäre portugiesische Fußballer Eusebio. Ronaldo war bei seiner offiziellen Vorstellung im Santiago-Bernabéu-Stadion von rund 80 000 Fans gefeiert worden. Es war damit die bislang größte Präsentation eines Fußballers in der Geschichte. Den Rekord hielt bislang der Argentinier Diego Armando Maradona, der 1984 von etwa 70 000 Fans beim SSC Neapel begrüßt worden war. Allerdings mussten die Tifosi damals Eintritt bezahlen, die Vorstellung Ronaldos bei den «Königlichen» war hingegen frei.
Als der 24-Jährigeerstmals den Rasen der Arena betrat, jubelten ihm die Fans zu. «Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden», sagte der Portugiese, der anschließend einige Balltricks vorführte und einem kleinen Jungen einen signierten Ball schenkte. Später drehte er eine Stadionrunde und küsste das Wappen seines neuen Clubs. «Mit Cristiano Ronaldo ist einer jener auserwählten Fußballer zu Real Madrid gekommen, der die Fans in aller Welt zu begeistern vermag», sagte Vereinsboss Florentino Pérez. Ronaldo hatte zuvor seinen Vertrag unterzeichnet, der ihm in den kommenden sechs Jahren etwa 13 Millionen Euro netto pro Saison bringen soll. Für die Verpflichtung des Weltfußballers des Jahres 2008 hatte Real Madrid an Manchester United 94 Millionen Euro Ablöse gezahlt. |
Dass er eines Tages derart gefeiert werden würde, davon konnte Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro nur träumen. Als er als junges Talent von seinem Club CD Nacional auf der Insel Madeira zu Sporting Lissabon wechselte, betrug die Ablöse umgerechnet 25 000 Euro. Er war damals zwölf und bekam in der Fußballschule des Traditionsclubs 50 Euro im Monat. Immerhin 250 Euro monatlich brachte ihm sein erster Vertrag ein. Heute ist Ronaldo, den sie damals wegen seines schnellen Antritts «Bienchen» nannten, dank seines neuen Arbeitgebers nicht nur teuerster, sondern auch bestbezahlter Kicker der Welt. Der Dribbelkünstler wird nicht selten als arrogant kritisiert. «Ich bin mein Geld wert», sagte er kürzlich. Einiges lässt sich mit seinen Ursprüngen erklären. Ronaldo stammt aus armen Verhältnissen. Geboren wurde er in Santo António nahe Madeiras Hauptstadt Funchal als Jüngster von vier Kindern. Seine Mutter Maria Dolores arbeitete als Putzfrau. Vater José Dinis war Gärtner und Platzwart von Ronaldos erstem Club CF Andorinha. Er trank sich zu Tode und wurde nur 52 Jahre alt. Ihm hat er seinen Namen zu verdanken: Der damalige US-Präsident Ronald Reagan war sein Lieblings-Politiker. Den geliebten Vater konnte Ronaldo nicht vor dem Alkohol retten, wohl aber seinen älteren Bruder Hugo vor den Drogen: Der Torjäger bezahlte ihm diverse Entziehungskuren, wie es in der Presse heißt. Kein Wunder, dass Ronaldo als Gesundheitsfanatiker gilt und seinen Körper trimmt. 3500 Sit-ups macht er angeblich täglich, um seinen Waschbrettbauch in Form zu halten. Seinem Körper und seinem Latin- Lover-Image, dem zuletzt auch Hotel-Erbin Paris Hilton verfiel, hat Ronaldo auch seinen Erfolg als Werbe-Ikone zu verdanken. Etwa mit seiner eigenen Modemarke «CR7», deren Namen sich aus seinen Initialen und seiner bisherigen Trikotnummer zusammensetzt. Die «7» kann er bei Real nicht tragen, weil sie Kapitän Raúl gehört. Zehn Millionen Euro im Jahr sollen Ronaldo seine Werbeverträge einbringen. Davon will sein Club, wie einst bei David Beckham, auch profitieren, denn Real gehört ein Teil von Ronaldos Image-Rechten. Der 24-Jährige gilt aber auch als Arbeitstier: Bei ManU sei er stets als Erster zum Training erschienen und habe den Platz als Letzter verlassen, heißt es. Mit Erfolg: Der Portugiese gewann mit Manchester dreimal die englische Meisterschaft und einmal die Champions League. 2008 wurde er als Welt- und Europas Fußballer des Jahres geehrt.
 |