In der Regenbogen-Nation hat der Confed Cup auch um das eigene Bafana Bafana-Team eine sanfte Euphorie ausgelöst. Auf ganzseitigen Zeitungsanzeigen bedankte sich das OK bei den Südafrikanern. «Es ist nicht länger mehr eine Frage des Könnens, sondern des Wollens - Südafrikas Fähigkeit zur Ausrichtung einer außergewöhnlichen WM im kommenden Jahr ist durch den Erfolg des Confederations Cup unter Beweis gestellt worden», schrieb der «Weekender». Das Halbfinale zwischen den Gastgebern und Brasilien brachte mit etwa sieben Millionen TV-Zuschauern eine nationale Rekordquote. Ökonomisch rechnet Südafrika mit einem WM-Erfolg: Fast eine halbe Million neue Jobs werden laut einer Studie geschaffen, in die Staatskasse werden umgerechnet rund 500 Millionen Euro gespült. Mit gestärktem Selbstvertrauen soll der WM-Slogan «Ke Nako» («Es ist an der Zeit») vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 mit afrikanischer Lebensenergie demonstriert werden. «Ich denke, dass das Interesse in Südafrika schon ein bisschen geweckt worden ist, obwohl Fußball nicht die Sportart Nummer 1 ist. Aber die WM wird für dieses Land und den Fußball in diesem Land wichtig sein. Das Land wird Fortschritte machen. Das wird ähnlich sein wie bei uns 2006. Die Euphorie wird kommen. Da bewegt sich etwas», sagte Löw. Nicht die labile Sicherheitslage erwies sich als Problem Nummer 1. Die Lösung der Transportschwierigkeiten bei einer auf in Scharen anreisenden Fans nicht eingerichteten Infrastruktur und die Suche nach Hotelbetten werden die WM-Planer in den kommenden Monaten beschäftigen. «Es gibt noch einige Bereiche, die verbessert werden müssen», mahnte Blatter. Die Erleichterung, dass es zu keinen gravierenden Gewalttaten im von Kriminalität beeinträchtigten Land kam, ist spürbar. Polizeiminister Nathi Mthetwa verkündete: «Die WM kann nächste Woche beginnen. Alle Einheiten sind bereit.» Erst nach Turnier-Ende werden die Sicherheitskräfte die Ermittlungs-Ergebnisse über den dubiosen Diebstahl im ägyptischen Teamhotel präsentieren. Nichts verdeutlichte den Clash der Fußball-Kulturen so gut wie die kuriose Debatte über die Vuvuzela-Trompeten. Das wichtigste Fan- Utensil in Südafrika störte die empfindlichen Ohren von Europas Star- Kickern. Sich auf fremde Gegebenheiten wie auch die Temperaturen im Winter einlassen zu können, wird auch der Schlüssel zum WM-Erfolg 2010 sein. Blatter: «Jedes Land hat seine eigenen Geräusche, seinen eigenen Rhythmus. Genau deswegen sind wir nach Afrika gekommen.»
 |