Auch Robinho gegen Vuvuzelas: «Es stört einfach»
Pretoria (dpa) - 19.06.2009, 11:29 Uhr
Auch ein brasilianischer Fan pustet beim Confed-Cup kräftig in eine Vuvuzela.
Auch Brasiliens Stürmerstar Robinho hat sich über das Trompetengetöse der Vuvuzelas beim Confederations Cup in Südafrika beklagt. «Sie erschweren die Kommunikation auf dem Platz ganz, ganz, ganz arg. Manchmal konnten wir unseren Trainer Dunga nicht verstehen, manchmal nicht einmal die Mitspieler. Es stört einfach», sagte der Angreifer von Manchester United nach dem 3:0 (2:0)-Sieg des fünffachen Weltmeisters und Titelverteidigers gegen die USA in Pretoria. «Ich bin niemand, der fordert, dass man die Vuvuzelas verbieten sollte. Aber andere Instrumente wären besser, zum Beispiel Samba- Trommeln, etwas, was weniger das Spiel beeinträchtigt», sagte Robinho. Über den ohrenbetäubenden Lärm der Plastik-Trompeten hatte sich schon Spaniens Mittelfeldspieler Xabi Alonso beklagt («Ein Ärgernis») und ein Verbot verlangt. FIFA-Präsident Joseph Blatter hat jedoch klargestellt, dass dies auch bei der Weltmeisterschaft 2010 nicht geschehen wird. «Wir können das nicht einfach ab morgen verbieten. Das geht einfach nicht. Das ist ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Schließlich schaden diese Trompeten ja niemandem», erklärte der Schweizer.
In die Debatte um den Lärm hat sich unterdessen auch eine Medizinerin eingeschaltet. Die Vorsitzende des südafrikanischen Verbandes der nationalen Hals-, Nasen-, Ohrenärzte, Carina Wolmarans, warnte in der Zeitung «The Citizen« eindringlich vor Gehörschäden durch die lautstarken Plastiktröten. «Während sich Kinder davon noch erholen können, könnten Erwachsene dazu nicht mehr in der Lage sein oder mehr Zeit dafür benötigen», betonte die Medizinerin. Die Forderung nach einem Bann der armlangen Trompeten während der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr wurde in Südafrikas Öffentlichkeit von einem Aufschrei der Empörung begleitet. Selbst die oppositionelle Partei der Unabhängigen Demokraten (ID) betonte, nichts würde die Liebe der Südafrikaner für das Fußballspiel besser repräsentieren als die Vuvuzela. Kommentatoren riefen die Fans vom Kap daher trotzig dazu auf, beim Spiel Südafrika gegen Spanien in Bloemfontein besonders heftig in die Tröte zu pusten, um ihre Verbundenheit mit dem Fan-Artikel Nummer eins unter Beweis zu stellen.
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