Blatter will Vuvuzelas nicht verbieten lassen
Johannesburg (dpa) - 18.06.2009, 16:32 Uhr
Die Vuvuzela erfreut sich auch bei den Fans anderer Nationen an zunehmender Beliebtheit.
Der ohrenbetäubende Lärm der Vuvuzelas in den Fußball-Stadien Südafrikas soll nach Ansicht von FIFA-Präsident Joseph Blatter bei der Weltmeisterschaft 2010 nicht verstummen. «Wir können das nicht einfach ab morgen verbieten. Das geht einfach nicht. Das ist ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Schließlich schaden diese Trompeten ja niemandem», sagte der Schweizer bei einer Pressekonferenz in Pretoria. Der pausenlose Gebrauch der Plastik-Trompeten wird von einigen Spielern beim Confed-Cup zunehmend als Ärgernis empfunden. So hatte Spaniens Mittelfeldspieler Xabi Alonso ein Verbot der Instrumente bei der WM gefordert. In einer ersten Reaktion hat der Fußball-Weltverband FIFA angekündigt, erst nach Abschluss der Weltmeisterschafts-Generalprobe mit den Organisatoren reden zu wollen. «Es wird zwischen der FIFA und dem Nationalen Organisationskomitee Gespräche wegen der Vuvuzelas geben - die werden aber erst nach dem Confederations Cup stattfinden», erklärte FIFA-Sprecher Nicholas Maingot in Johannesburg.
Wenige Stunden später fand sein Vorgesetzter ziemlich deutliche Worte. «Jede Fußball-Nation hat ihre Eigenheiten im Zusammenhang mit der Nationalmannschaft, da gibt es die verschiedensten Geräuschkulissen. Wenn Sie bei den Schweizern sind, hören Sie ab und zu Kuhglocken. Wenn Sie in Südafrika sind, hören Sie eben diese Trompeten», sagte Blatter. «Aber ich sehe nicht ein, dass wir da eingreifen sollten.» Falls sich TV-Sender darüber beklagen, dass der Lärm die Stimme der Kommentatoren überdecke, dann sei das ein technisches Problem. «Die Vuvuzelas sind ein Ärgernis und tragen nichts zur Atmosphäre bei. Sie sollten verboten werden», meinte Spaniens Nationalspieler Xabi Alonso nach dem 1:0-Sieg des Europameisters gegen Irak am Mittwochabend in Bloemfontein. Blatter hatte zunächst eingeräumt: «Sie machen ziemlich viel Lärm. Die FIFA ist durchaus besorgt über den Lärm, der auch im Fernsehen dauernd zu hören ist.» Später verwies er allerdings auf eine Aussage von Italiens Chefcoach Marcello Lippi, der gemeint hatte: «Wir müssen uns an diese Atmosphäre gewöhnen.» Blatter gab in dem Zusammenhang auch zu bedenken: «Wenn man nach Afrika geht, ist es eben laut. Ich habe immer gesagt: Fußball ist Trommeln, Rhythmus, Tanzen.» |