Prinz Zidan sticht König Kaká aus
Bloemfontein (dpa) - 16.06.2009, 18:52 Uhr
Dortmunds Mohamed Zidan jubelt über seine Treffer gegen Brasilien.
Ägyptens kleiner Fußball-Prinz stahl sogar dem «königlichen» Kaká die Show. Nicht nur die Umarmung mit dem neuen 65-Millionen-Mann von Real Madrid nach der unglücklichen 3:4-Niederlage gegen Brasilien erfüllte Mohamed Zidan mit viel Stolz. Auch die Auszeichnung zum «Spieler des Spiels» tat ihr übriges. Der Verlierer Zidan bekam bei der Wahl zurecht den Vorzug vor dem gleichfalls zweifachen Torschützen und Matchwinner Kaká. «Das ist eine große Ehre. Ich bin glücklich über diesen Preis», berichtete Zidan strahlend. Der nur 1,76 Meter große Angreifer von Borussia Dortmund setzte in Bloemfontein das erste Bundesliga-Highlight beim Confederations Cup. Wie aufgedreht wirbelte er mit seinem Sturmpartner Mohamed Aboutrika Brasiliens müde Abwehrrecken um Kapitän Lucio vom FC Bayern München durcheinander und traf im Free State Stadium sogar mit dem Kopf. «Wir haben ein großes Spiel gezeigt», kommentierte Zidan: «Es ist eine Schande, dass wir in den letzten Minuten noch verloren haben.»
Am zweifachen Torschützen lag es nicht. «Sind Sie der neue Zidane?», fragte ein afrikanischer Reporter in der Pressekonferenz. Der Vergleich mit dem großen Franzosen machte Zidan etwas verlegen. «Ich bin stolz, einen Namen wie er zu haben. Zinedine Zidane war der größte Spieler, ich habe ihn bewundert. Aber ich will mir hier einen eigenen Namen in der Welt machen», betonte der Zidan ohne den Buchstaben «e» am Namensende. Ägyptens Verband legte offiziell Einspruch gegen die Rote Karte für Mohamed Al Muhamadi und den Elfmeter ein, den Kaká in letzter Minute verwandelt hatte. Schiedsrichter Howard Webb (England) habe nach dem Handspiel von Al Muhamadi auf der Torlinie erst auf Intervention des vierten Offiziellen Matthew Breeze seine erste Entscheidung Eckball korrigiert. «Seit wann gibt es einen Elfmeter aufgrund von TV-Bildern», schimpfte Ägyptens Co-Trainer Shawki Gharib über den nicht regelkonformen Video-Beweis. Die FIFA sah dies anders und lehnte die Beschwerde ab. Referee Webb habe seine Entscheidung nach Rücksprache mit seinem Assistenten Mike Mullarkey getroffen. Dieser habe einen freien Blick auf die fragliche Szene gehabt, teilte der Weltverband mit. «Eine gründliche Analyse» habe ergeben, «dass die fragliche Entscheidung durch Teamwork des Schiedsrichters mit seinem Assistenten erfolgt ist», hieß es weiter. |