Die Vuvuzela: Der Elefanten-Sound der WM am Kap
Johannesburg (dpa) - 15.06.2009, 11:03 Uhr
Südafrikanische Fans feuern ihre Mannschaft im Eröffnungsspiel von Südafrika mit Vuvuzela-Trompeten an.
Millionen Fußball-Fans in aller Welt haben es zum Auftakt des Confederations Cups in Südafrika vor dem Fernseher erlebt: Die Geräuschkulisse in den Stadien am Kap ist ohrenbetäubend. Es klingt wie ein riesiger Schwarm zorniger Bienen. Grund ist der Fan-Artikel Nummer eins eines jeden wackeren Kicker-Fans am Kap: Die Vuvuzela, eine Plastiktrompete, deren trötender Elefanten-Sound die WM im kommenden Jahr prägen wird. Die armlangen Krachmacher in leuchtenden Farben erinnern an die Blasinstrumente der Herolde bei mittelalterlichen Turnieren. Jedes Township-Kind ist in der Lage, die Vuvuzela mit aufgeblähten Backen zu blasen. Für den VIP-Zuschauer kommen sie auch in der handlichen Mini-Version mit aufgesetztem Mundstück daher - für den hartgesottenen Fan sogar in XXL-Größe. Der Weltfußballverband FIFA hat die Tröten genehmigt - sie werden als kulturelle Eigenart des Gastlandes angesehen.
Ihr Name geht nach einer von mehreren Theorien auf den «Vuuu-vu»- Ton zurück, den sie verursacht. Ihre Tradition ist begründet in der Praxis zahlreicher Gemeinschaften Südafrikas, bei feierlichen Anlässen schwungvoll gedrehte Antilopenhörner zu blasen. Diese Praxis gibt es selbst heute noch manchmal an der Johannesburger Börse, einer der ältesten der Welt. Erste Vuvuzela-Versionen waren noch aus Blech gefertigt, bis Anfang dieses Jahrzehnts ein Unternehmen die ersten Plastiktröten produzierte. Sie wurden umgehend zum Verkaufsschlager. Ein Kapstädter Musiklehrer gründete danach sogar das erste Vuvuzela- Orchester der Welt.
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