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Confed Cup: Afrikas Fußball-Fest beginnt

Johannesburg (dpa) - 13.06.2009, 13:02 Uhr

FIFA-Präsident Joseph Blatter in Johannesburg.
FIFA-Präsident Joseph Blatter in Johannesburg.

Vor dem Anpfiff des wohl größten Experiments der jüngeren Fußball-Geschichte hat FIFA-Präsident Joseph Blatter eindringlich für Vertrauen in Gastgeber Südafrika geworben.

«Wir sind glücklich mit dem, was geschafft wurde. Wir sind stolz, diesen Wettbewerb in Südafrika veranstalten zu können. Wir vertrauen Afrika», sagte Blatter vor dem Eröffnungsspiel zum Confederations Cup in Johannesburg. Das erste große Fußball-Turnier auf dem afrikanischen Kontinent als Testlauf für die WM 2010 steigert die ohnehin große Fußball- Begeisterung im Kap-Staat in neue Dimensionen. Ein Erfolg des heimischen Bafana Bafana-Teams gegen Asienmeister Irak in der Auftaktpartie würde für zusätzlichen Aufwind sorgen.

Wermutstropfen bleibt, dass ausgerechnet Volksheld Nelson Mandela - wohl aus gesundheitlichen Gründen - am Sonntag nicht an der Eröffnungszeremonie teilnehmen kann. Gleich zum Turnierauftakt soll mit einer bunten Afrika-Show den Zweiflern an der Organisationsfähigkeit der Südafrikaner Einhalt geboten und das Turniermotto der WM im kommenden Jahr schon bei der Generalprobe umgesetzt werden. «Ke Nako» - «Es ist Zeit, Afrikas Menschlichkeit zu feiern», heißt der offizielle Slogan.

Unmittelbar vor dem Startschuss hatten die Confed-Cup-Macher aber noch mit manch kleineren und größeren technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Problem Nummer eins ist der Rasen in den vier Confed-Cup-Stadien in Johannesburg, Pretoria, Bloemfontein und Rustenburg. Zwar wächst und gedeiht das Grün im südafrikanischen Winter, doch der andere Nationalsport Rugby hat den Fußball-Planern ungewollt zugesetzt. Bis Anfang Juni wurden noch Spiele der heimischen Liga ausgetragen. «Die Spielflächen eben zu bekommen, war eine Herausforderung. Aber es wird alles in Ordnung sein», versprach ein Sprecher des OK-Teams. «Es geht mehr um optische Aspekte. Im kommenden Jahr werden wir andere Ansprüche haben», sagte FIFA- Wettbewerbsdirektor Jim Brown.

Blatter baute schon mal Kritik vor: «Wenn alles funktionieren würde, wäre das Perfektionismus und Perfektionismus existiert nirgends auf der Welt», sagte der Schweizer. Und beim Sorgenkomplex Sicherheit will der FIFA-Chef nicht in der letzten Verantwortung stehen. Für die Sicherheit außerhalb der Stadien sei der Staat Südafrika zuständig, nicht die Fußball-Familie. Ganz ist die Angst vor Übergriffen auf Fußball-Fans angesichts der bedrohlichen Kriminalitätsrate auch bei Blatter offenbar noch nicht gewichen.


Immerhin, der im Sommer 2008 angedrohte Plan B mit einem WM-Entzug ist derzeit kein Thema. «Lasst uns sehen, was das OK für eine Arbeit leistet, wie die Menschen zum Stadion transportiert werden und ob alles sicher ist», bat Blatter um Geduld. Auch der höchste Fußball- Funktionär will nun den Ball rollen sehen und mit einem Fußball-Märchen im südafrikanischen Winter an die deutsche WM- Erfolgsgeschichte anknüpfen.

An sportlichen Großkalibern mangelt es nicht. Europameister Spanien greift mit seinen Topstars Xavi und Fernando Torres gegen Ozeanien-Meister Neuseeland ins Turnier ein. Brasiliens Starensemble um Kaká und die Bundesliga-Profis Lucio und Josue bekommt es mit Ägypten zu tun, für das der Dortmunder Mohamed Zidan im Aufgebot ist. Italien mit dem Wahl-Münchner Luca Toni spielt gegen die USA, die gleich drei Deutschland-Legionäre (Michael Bradley, Heath Pearce, Luis Robles) im Aufgebot haben. Eine Serie wollen alle acht Teams brechen: Noch nie konnte ein Confed-Cup-Sieger im folgenden Jahr auch den WM-Pokal gewinnen.

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