Premierendruck für «Bafana Bafana»
Johannesburg (dpa) - 12.06.2009, 16:38 Uhr
Die Fans der südafrikanischen Elf erwarten einen Sieg von ihrem Team.
Prämienpoker und Premierendruck: Vor dem Auftakt des Confederations Cups lasten auf Südafrikas Fußball-Nationalteam die hohen Erwartungen der ganzen Regenbogennation. Zum Start ins Heimturnier ein Jahr vor dem großen WM-Auftritt soll gegen Asienmeister Irak am 14. Juni im Ellis Park von Johannesburg unbedingt ein Sieg gelingen. Doch die Vorbereitung lief für «Die Jungs» (Bafana Bafana) alles andere als optimal. Die publik gewordenen und vom Verband abgeschmetterten Prämienforderungen kurz vor dem Turnierstart warfen ein schlechtes Licht auf die Mannschaft. «Die ganze Geschichte entspricht nicht der Wahrheit. Wir haben solche Ansprüche nie gestellt und auch nicht mit einem Boykott gedroht», sagte Verteidiger Matthew Booth. Am 12. Juni verhängte sich das Team dann einen Maulkorb zum brisanten Finanzthema. Erst auf dem Rasen soll die nächste forsche Aktion erfolgen und mit einem Erfolg gegen Confed-Cup-Debütant Irak der erste Schritt auf dem Weg zum Minimalziel Halbfinale gemacht werden. Der sportliche Erfolg des Gastgebers im Sinne einer Eigenwerbung für die WM ist eminent wichtig. Ohne Bafana Bafana würde das Interesse am WM-Testlauf im Kap-Staat rapide sinken - und das labile südafrikanische Fußball-Selbstvertrauen ein Jahr vor der Heim-WM weiteren Schaden erleiden.
Zu deprimierend waren die Resultate der Vergangenheit mit dem Ausscheiden in der Qualifikation für die WM 2006 und für den Afrika Cup 2010 in Angola. Erst kürzlich konnte die Mannschaft um den großväterlich, aber oft auch tapsig wirkenden brasilianischen Coach Joel Santana durch Siege gegen Kamerun, Norwegen und Polen wieder Respekt gewinnen. Im nationalen Sport-TV bekommt das Team derweil öffentliche Unterstützung von anderen südafrikanischen Sportheroen. Die Rugby- Weltmeister wünschen ebenso viel Erfolg beim Confed-Cup wie das Cricket-Team, das gerade zu seiner WM in England weilt. Die in Boulevardmedien kolportierte Verdoppelung der Prämien für das Team auf etwa 15 800 Euro pro Sieg und Spieler und ein fixes Startgeld von 22 000 Euro wurde in diesen Trailern natürlich nicht thematisiert. Der Verband (SAFA) hatte ohnehin schnell und klar geäußert, dass es bei der bisherigen Finanzregelung bleiben wird. Einen Strich durch die südafrikanische Rechnung eines bunten und erfolgreichen Turnierstarts wollen die Iraker machen. Als großer Außenseiter können sie ohne Druck aufspielen und einen ähnlichen Coup landen wie bei ihrem überraschenden Gewinn der Asienmeisterschaft 2007. Erstmals seit der WM 1986 ist der Irak wieder auf der großen Fußball-Bühne vertreten. Großer Star des Teams ist Trainer Bora Milutinovic, der seine «Welttour» nur für dieses Turnier mit dem Irak fortsetzt. Anschließend ist im Zweistromland ein Neuaufbau gefordert. Für die WM 2010 im nächsten Jahr konnte sich der Irak nicht qualifizieren.
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