Toni & Co.: Stars sollen Turnier zur Show machen
Johannesburg (dpa) - 12.06.2009, 10:43 Uhr
Italiens Stürmer-Star Luca Toni bei einem Spiel der EURO 2008.
Das Prestige ist gering und der Preis womöglich hoch: Auch bei seiner achten Auflage haftet dem Confederations Cup noch das Image eines ungeliebten Turniers mit wertloser Trophäe an. Vom Turnier in Südafrika vom 14. bis 28. Juni soll jedoch eine wichtige WM-Botschaft ausgehen, und die Organisatoren im Kap-Staat setzen daher auf prominente Fußballer-Namen als Zugpferde. Spaniens EM-Finaltorschütze Fernando Torres und Brasiliens Ex-Weltfußballer Kaká fungieren seit Monaten als Werbefiguren für den WM-Testlauf, der die Begeisterung im Land für das Großereignis zwölf Monate später richtig schüren soll. Die Auslosung des Turniers-Spielplans im vergangenen November spielte den Veranstaltern richtig in die Karten. Schon in der Vorrunde kommt es am 21. Juni in Pretoria zum brisanten Top-Duell zwischen Weltmeister Italien gegen Rekordchampion und Titelverteidiger Brasilien - und eine Wiederholung beim Finale im Ellis Park von Johannesburg am 28. Juni ist nicht ausgeschlossen. Die seit November 2006 ungeschlagenen Spanier fordern das Gastgeber-Team «Bafana Bafana» («Die Jungs»), das nach sportlicher Krise ihre internationale Tauglichkeit beweisen müssen. Die vier weiteren Kontinentalchampions aus den USA, Neuseeland, Ägypten und dem Überraschungsteilnehmer Irak vervollständigen das Teilnehmerfeld der Mini-WM.
Mit welchem Elan und in welcher Besetzung gerade die großen Fußball-Nationen antreten werden, ist aber noch abzuwarten. Nach einer langen und Kräfte zehrenden Saison in Europas Topligen sehnen sich gerade die Stars eigentlich mehr nach Urlaub. Mit Spannung wird abzuwarten sein, ob sich Topspieler wie Bayern Münchens Italiener Luca Toni im Nationaltrikot noch einmal zu Höchstleistungen aufraffen können. Barcelonas Trainer Josep Guardiola mahnte vorab eine Schonung seiner angeschlagenen Topspieler Andres Iniesta und Gerard Piqué an. Spaniens Trainer Vicente del Bosque holte sie trotzdem in seinen Kader. Auch Bundestrainer Joachim Löw beurteilte den Confed Cup als zweischneidige Sache. Einerseits hätte der DFB-Coach gerne mit seinem Team Erfahrungswerte für den WM-Ernstfall im Sommer 2010 im Gastgeberland gesammelt. Andererseits verspricht eine intensivere Erholungspause im Vorsommer der WM eine bessere Vorbereitung auf den Turnier-Ernstfall. «Es ist mir daher schon recht, dass viele Spieler in diesem Jahr eine lange Vorbereitungszeit vor Saisonbeginn haben. Denn damit können sie eine gute Basis legen», sagte Löw.
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