England im WM-Fieber - Sieg gegen Andorra Pflicht
London (dpa) - 09.06.2009, 13:21 Uhr
Fabio Capello beobachtet das Training der englischen Mannschaft.
Mit einem Pflichtsieg gegen Fußball-«Zwerg» Andorra will die englische Nationalmannschaft das Tor zur Weltmeisterschaft 2010 ganz weit aufstoßen. Zwar kehrten die «Three Lions», gezeichnet von den Reisestrapazen, müde vom 4:0-Erfolg in Kasachstan nach London zurück, doch für den vorentscheidenden Schritt Richtung Südafrika am 10. Juni im Wembley-Stadion will der souveräne Tabellenführer der Gruppe 6 die letzten Kräfte mobilisieren. «Um ehrlich zu sein, bin ich rund um die Uhr müde», gab Englands Stürmer Emile Heskey von Aston Villa zu. «Aber niemand ist schon mit den Gedanken im Urlaub. Die Jungs sind unheimlich auf Andorra konzentriert, und wir müssen selbstbewusst in das Spiel gehen.» Mit dem siebten Sieg in siebten Qualifikationsspiel wäre England (18 Punkte), das einen komfortablen Vorsprung auf den Tabellen- Zweiten Kroatien (11) hat, das WM-Ticket kaum noch streitig zu machen, die Schmach der verpassten Europameisterschaftsteilnahme 2008 wäre so gut wie getilgt. Auch ohne das verletzte Abwehr-Ass Rio Ferdinand (Wadenprobleme) und den Gelb-gesperrten Mittelfeldspieler Gareth Barry sollte dem Team von Fabio Capello ein Dreier gegen den 196. der Weltrangliste gelingen.
Denn Andorra erwies sich bislang als reiner Punktelieferant, kassierte in sechs Spielen 19 Gegentore. Gleichwohl erinnert sich der Favorit nur ungern an das mühsame 2:0 im Hinspiel, und Matthew Upson rechnet auch in Wembley mit einem harten Stück Arbeit. «Wir werden dominieren, aber das sind manchmal die schwersten Spiele», sagte der Verteidiger von West Ham United. Auch Abwehrchef John Terry vom Ballack-Club FC Chelsea warnt: «Wenn man denkt, es geht ganz leicht, wird es oft ganz schwierig. Die Kleinen werden von Spiel zu Spiel besser und wissen, wie man den großen Favoriten begegnet.» Für Schweden geht es in der Gruppe 1 im Heimspiel in Göteborg gegen das noch torlose Schlusslicht Malta schon um die letzte Chance, in den Kampf um die Fahrkarten nach Südafrika noch ernsthaft eingreifen zu können. Mit einem Sieg könnte das auf Platz vier rangierende «Drei-Kronen-Team» den Abstand auf den Tabellen-Zweiten Ungarn zumindest auf drei Zähler verkürzen und mit Portugal (9 Punkte) gleichziehen. Einen weiteren Fehltritt können sich die Skandinavier nach dem 0:1 im Duell mit Dänemark am vorigen Wochenende jedenfalls nicht mehr leisten. Spitzenreiter Serbien (15 Punkte) kann in der Gruppe 7 mit einem Heimsieg gegen den Tabellenletzten Färöer seinen Vorsprung auf Verfolger Frankreich (10) weiter ausbauen.
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