Bundesliga nur Zaungast beim Confed Cup
08.06.2009, 13:57 Uhr
Spaniens Stürmer Fernando Torres gehört zu den Stars des Confederation Cup.
Johannesburg/Hamburg (dpa) - Wenn die Stars aus Brasilien, Italien und Spanien beim Confederations Cup in Südafrika schon einmal die WM- Bedingungen testen, ist der deutsche Fußball nur Zaungast. Bei der EM im Sommer 2008 stellten die Bundesliga-Vereine vor allen anderen Topligen noch die größte Gruppe aller Turnierteilnehmer. Beim Sommer-Highlight 2009 ist die Auswahl hingegen handverlesen. Gerade einmal ein halbes Dutzend Profis, die in Deutschland ihr Geld verdienen, wurde in die Kader der acht Teams für den Confed Cup vom 14. bis 28. Juni berufen. Einziger Club mit zwei Südafrika-Gesandten ist der FC Bayern München. Luca Toni stürmt für Italien, Lucio gehört zum Aufgebot Brasiliens. Weitere «deutsche» Confed-Cup-Teilnehmer sind der frisch gebackene deutsche Meister Josue (VfL Wolfsburg) in Diensten von Rekord-Weltmeister Brasilien, der Ägypter Mohamed Zidan (Borussia Dortmund), US-Boy Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach), und Südafrikas Ersatztorwart Rowen Fernandez (Arminia Bielefeld). Die USA setzen gleich auf drei Deutschland-Akteure: Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach), Heath Pearce (Hansa Rostock) und Luis Robles (1. FC Kaiserslautern) gehören zum Kader. Spanien, Irak und Neuseeland kommen hingegen ohne Deutschland- Legionäre aus.
Die Extraschicht im Sommer verursacht bei den Bundesliga-Akteuren gemischte Gefühle: «Ich denke, das Turnier kommt zu keinem günstigen Zeitpunkt», sagte Lucio und drückte seine Sorge vor einem zu großen «Ermüdungsfaktor» aus. «Es wäre sicher einfacher, wenn wir etwas mehr Pause hätten und uns etwas ausgeruhter vorbereiten könnten. Aber der Spielkalender ist nun mal so, das kann man nicht ändern», sagte Lucio, der vor dem Trip nach Südafrika noch zweimal in der WM-Qualifikation ran musste. Für den Gladbacher Bradley steht der sportliche Reiz mit Partien gegen Italien und Brasilien im Vordergrund. «Ich freue mich sehr auf das Turnier. Gegen solche Weltklasseteams spielt man nicht alle Tage.» Bei Europas Top-Vereinen ist der WM-Testlauf nicht gern gesehen. Barcelonas Champions-League-Erfolgscoach Josep Guardiola mahnte eine Schonung für seinen angeschlagenen Star Andres Iniesta an. Der Mittelfeldmann bekommt nun Zeit, seine Muskelverletzung in Ruhe auszukurieren. 16 spanische Europameister - inklusive Xavi und Fernando Torres - sind in Südafrika aber dabei und sollen dem Turnier - wie auch Brasiliens Kaká - als Individualkünstler eine besondere Note geben. |