Seoul (dpa) - 07.06.2009, 15:45 Uhr
Nach der vorzeitigen Qualifikation für die Fußball- WM 2010 in Südafrika versinkt Südkorea im Freudentaumel.
Kaum war Südkoreas siebter Einzug in eine WM-Endrunde in Folge durch das 2:0 über die Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai perfekt, gratulierte Staatspräsident Lee Myung Baksei: «Ich gratuliere dem Team im Namen der ganzen Bevölkerung», ließ er der Mannschaft um Nationalcoach Huh Jung Moo bei ihrer Ankunft am Internationalen Flughafen Incheon bei Seoul übermitteln. Die Spieler hätten ihren Landsleuten ein «unendliches Gefühl der Freude und des Stolzes gegeben», sagte Lee fast überschwänglich.
Die auflagenstärkste Zeitung «Chosun Ilbo» schrieb sogar von einem «weiteren Meilenstein» in der Geschichte des südkoreanischen Fußballs. «Das ist ein fantastischer Sieg» sagte Trainer Huh. Für Huh ist der Erfolg eine besondere Genugtuung. Als er Ende 2007 bereits zum zweiten Mal das Amt des Nationaltrainers übernahm und damit zugleich eine siebenjährige Ära ausländischer, vor allem niederländischer Trainer, in Südkorea beendete, schlug ihm viel Skepsis entgegen.
Besonders erfreut war auch Südkoreas Teamkapitän und England-Legionär von Manchester United, Park Ji Sung, der ein Garant für den Erfolg ist. «Wir haben unser Ziel erreicht. Die neuen Spieler harmonierten sehr gut mit den älteren Spielern», sagte Park der Zeitung »Daily Sports». Das Team habe gezeigt, wie stark Südkoreas Fußball sei.
Vergessen ist der nervenaufreibende Bruderkampf mit Nordkorea während der Qualifikationsphase. Im April hatte Südkorea im vierten innerkoreanischen Duell erstmals mit einem 1:0 die Oberhand behalten und damit bereits einen großen Schritt in Richtung WM-Teilnahme gemacht. Bei aller Freude über den Erfolg der eigenen Mannschaft wurde jedoch auch daran erinnert, das Nordkorea noch immer den Sprung nach Südafrika machen kann. Es wäre das erste Mal, dass beide Länder gleichzeitig mit einer Mannschaft bei einem WM-Turnier an den Start gehen würden. Nordkoreas bisher einzige Teilnahme bei der WM in England 1966 liegt schon mehr als vier Jahrzehnte zurück.