Japan dankt Schutzengel - Jubel in «down under»
Hamburg (dpa) - 07.06.2009, 13:52 Uhr
Der Australia Joshua Kennedy (l) im Zweikampf mit Ebrahim Majid.
Japans Trainer Takeshi Okada dankte dem Schutzengel, sein australischer Kollege Pim Verbeek konnte sein Glück kaum fassen. Während Südkoreas Coach Huh Jung-moo als Dritter im Bunde des jubelnden Fußball-Trios aus der Asien-Zone bereits dem politisch verfeindeten Nachbarn Nordkorea die Daumen für die Qualifikation drückte, musste «Aussie»-Coach Verbeek den zweiten Einzug in die Endrunde nacheinander erstmal begreifen. «Es ist ein seltsames Gefühl. Du hast noch keine wirkliche Idee davon, dass du dich für die WM qualifiziert hast», meinte er nach dem entscheidenden 0:0 in Doha gegen Katar. Die Ehre, sich als erstes Team für den Titelkampf vom 11. Juni bis 11. Juli in Südafrika zu qualifizieren, blieb allerdings - wie schon vor vier Jahren - Japan vorbehalten. «Ich denke, ein Schutzengel hat uns angelächelt», meinte Trainer Okada nach dem 1:0-Sieg in Taschkent über Usbekistan.
Für die Japaner ist es bereits die vierte WM-Teilnahme in Serie. In der Asien-Gruppe 1 hat die Mannschaft aus dem Land des Lächelns 14 Punkte und damit ebenso viele wie Australien. Beide sind von den drei restlichen Teams Bahrain (7), Katar (5) und Usbekistan (4) nicht mehr einzuholen. Das erlösende Tor erzielte Shinji Okazaki vor 34 000 Zuschauern im Pakhtakor-Stadion in der neunten Minute. Dramatisch die Schlussphase: Zuerst flog der Wolfsburger Makoto Hasebe vom Platz (89.), dann musste der Coach die Bank verlassen. «Das ist mir zum ersten Mal in meiner Trainer-Karriere passiert», meinte Okaka. Egal, am Ende reichte ein Treffer im fünften Spiel in Serie ohne Gegentor zum Weiterkommen. Zu teilweise noch nächtlicher Ortszeit jubelten die Australier. «Es ist fantastisch. Das war unser Ziel seit der vergangenen WM», sagte Joshua Kennedy, der nach dem Bundesliga-Abstieg mit dem Karlsruher SC endlich wieder einen sportlichen Grund zur Freude hatte. «Wir könnten nicht glücklicher sein», übermittelte Verbandschef Ben Buckley aus Doha nach «down under», wo die Entscheidung in die frühen Morgenstunden fiel: «Es ist ein weiterer fantastischer Meilenstein für den australischen Fußball.» 2006 waren die «Socceroos», die erstmals in der Qualifikation der Asien-Zone zugeordnet waren, bei der WM-Endrunde in Deutschland im Achtelfinale am späteren Weltmeister Italien gescheitert. Zum Schaulaufen werden die beiden letzten Gruppenspiele auch für Südkorea. Der Mitgastgeber und Halbfinalist von 2002 setzte sich dank der Treffer von Park Chu Young (5.) und Ki Sung Yueng (37.) mit 2:0 (2:0) bei den Vereinigten Arabischen Emiraten durch. Mit 14 Punkten ist die Mannschaft von Trainer Jung-moo in der Asien-Gruppe 2 nicht mehr von einem der beiden ersten Plätze zu verdrängen, da die Verfolger Nordkorea (11) und Saudi-Arabien (10) noch gegeneinander spielen. «Ich persönlich hoffe, dass Nordkorea mit uns die Endrunde erreicht, denn das wäre das erste Mal in der WM-Geschichte», wurde Jung-moo auf der Homepage des asiatischen Dachverbandes zitiert.
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