Paris (dpa) - 03.06.2009, 15:20 Uhr
In Frankreich ist erstmals ein Fußballer wegen Rassismus auf dem Sportplatz verurteilt worden. Der Amateur-Spieler Maxence Cavalcante sei mit einer viermonatigen Haftstrafe auf Bewährung belegt worden, berichteten französische Medien.
Das Urteil sei am 2. Juni von einem Gericht in Belley dans l'Ain gefällt worden, hieß es. Cavalcante sei außerdem zu 100 Stunden Sozialarbeit und 1700 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der 23-jährige Angeklagte, von Beruf Fahrer eines Lieferwagens, bekannte sich im Verfahren schuldig, will aber dennoch Berufung einlegen.
Der Abwehrspieler des Amateurvereins Lagnieu hatte beim Heimspiel in der Region Rhône-Alpes am 25. Januar einen schwarzen Gegenspieler von Rossillon beleidigt und ihn unter anderem mit den Worten «Du schmutziger Affe» beschimpft. Das Opfer, Makam Traoré brach auf dem Platz sofort in Tränen aus. Wegen seiner resoluten Reaktion wenige Stunden danach wurde der 32-Jährige aus dem Senegal aber in ganz Frankreich bekannt. Er ließ sich die Beleidigungen nicht gefallen und erstattete eine Anzeige, der sich auch die «Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus» (Licra) anschloss.
Rassismus treibt im französischen Profi-Fußball, aber auch und vor allem fern von Kameras und Schlagzeilen sein Unwesen. Eines Tages werde ein Spieler ermordet werden, warnte der dunkelhäutige Präsident von Olympique Marseille, Pape Diouf. Nach Angaben der «Licra» gehören rassistische Vorfälle zum Alltag des unterklassigen Fußballs in Frankreich.