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«Ciao Milan» - Ancelotti zieht es nach Chelsea

Mailand (dpa) - 01.06.2009, 11:09 Uhr

Paolo Maldini (r) und Carlo Ancelotti umarmen sich nach dem Spiel in Florenz.
Paolo Maldini (r) und Carlo Ancelotti umarmen sich nach dem Spiel in Florenz.

«Addio Milan - Hello Chelsea» - Nach acht Jahren, einem Meistertitel und zwei Champions League-Siegen hat sich Trainer Carlo Ancelotti vom AC Mailand vorzeitig verabschiedet und damit freie Bahn für seinen höchst wahrscheinlichen Wechsel zum FC Chelsea.

Beim Team des deutschen Nationalmannschaftskapitäns Michael Ballack wird zeitnah die Präsentation des Italieners erwartet, der Milan zum Abschied in die Champions League führte. Der 2:0-Sieg im «Endspiel» um Platz drei beim AC Florenz bescherte Milan beim Saisonfinale in der italienischen Serie A den Direkteinzug in die europäische Königsklasse und Ancelotti-Nachfolger Leonardo eine perfekte Ausgangsbasis.

Während Ancelotti seinen Wechsel in die Premier League noch nicht offiziell verkünden wollte, bestätigte Milans Vize-Präsident Adriano Galliani noch in Florenz: «Leonardo wird neuer Trainer». Der Brasilianer, zwischen 1997 und 2001 selbst Star bei Milan und zudem Weltmeister 1994, soll bei den Mailändern für frischen Wind sorgen, nachdem Club-Präsident Silvio Berlusconi Ancelotti demontiert und für den verpassten Titelgewinn verantwortlich gemacht hatte. Der Coach, der in Chelsea einen Dreijahresvertrag mit einer Netto-Jahresgage von fünf Millionen Euro bekommen soll, trat nicht nach: «Ich gehe in Harmonie und völligem Einvernehmen mit dem Club», betonte Ancelotti, dessen Vertrag eigentlich bis 2010 lief.

Mit Leonardo, der seit seinem Rücktritt 2003 als Milan-Funktionär arbeitete, setzt Milan wieder auf einen jungen Coach. In die Aufbruchstimmung mischte sich jedoch Trauer über das Ende einer Erfolgsära, weil der beliebte Ancelotti seinen Hut nahm und mit Paolo Maldini eine Milan-Legende nach 902 Ligaspielen endgültig abtrat. Mit 41 Jahren verabschiedete sich der mit stehenden Ovationen gefeierte Abwehrstar von den Tifosi.

Als sich Maldini und Ancelotti herzlich umarmten, flossen die Tränen. «Ich habe seit 40 Jahren nicht mehr so geweint», gab Milans Teamarzt Jean Pierre Meersseman zu. Auch Superstar Kakà war tief bewegt: «Ich kann Ancelotti nur danken, er hat mir die Tür zur Welt aufgestoßen». Milans «Endspielsieg» gegen die «Fiorentina» ging so im Abschiedsschmerz unter. Dass nun die Toskaner in die Qualifikationsspiele für die Champions League-Teilnahme müssen, in denen sie auf den Bundesliga-Dritten VfB Stuttgart treffen könnten, war für Milan kein Trost.


Der letzte Serie A-Spieltag war überhaupt der Tag des Abschieds. Auch beim längst gekürten Meister Inter Mailand mischten sich traurige Töne in die Titelfeier nach dem 4:3-Sieg gegen Atalanta Bergamo. Und dies nicht nur, weil der Portugiese Luis Figo nach 20 Jahren von der Fußball-Bühne abtrat. Während die Spieler mit Trainer José Mourinho und ihren Familien auf dem Rasen des San Siro-Stadions feierten, schockte Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic die Fans erneut mit Abwanderungsgedanken. Gerade noch war er mit zwei Treffern gegen Atalanta zum Torschützenkönig der Serie A (25 Tore) aufgestiegen, da erklärte der Schwede: «Was soll ich jetzt noch in Italien?»

Auch bei Vizemeister Juventus Turin, der 2:0 gegen Lazio Rom gewann, hieß es auf Wiedersehen: Juve-Urgestein Pavel Nedved sagte Turin nach acht Jahren Lebewohl. Ganz besonders bitter war der letzte Spieltag der Saison für die Absteiger FC Turin, Reggina Calcio und US Lecce. Für sie rücken Bari und Parma aus der Serie B ins Oberhaus auf. Der dritte Aufsteiger steht noch nicht fest.

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