Schwieriger EM-Entscheid bei Zwanzigers Premiere
Bukarest (dpa) - 12.05.2009, 19:57 Uhr
Theo Zwanziger spricht beim DFB-Bundestag in Düsseldorf.
Spekulationen über Deutschland als Ersatzgastgeber der EM 2012 sind für Theo Zwanziger absolut tabu. Doch dem DFB-Präsidenten könnte gleich bei seiner Premiere auf dem Parkett der internationalen Fußball-Politik unverhofft eine Hauptrolle zufallen. Im Grand Hotel von Bukarest will das UEFA- Exekutivkomitee mit seinem neuen Mitglied Zwanziger über die Spielorte des nächsten Fußball-Kontinentalturniers in Polen und der Ukraine entscheiden. Die Probleme von Co-Gastgeber Ukraine bei Infrastruktur und Stadionbau lassen vor der Sitzung Mutmaßungen über eventuelle Ausweichpläne Richtung Westen nicht verstummen. «Der DFB hat sich in dieser Frage immer klar und deutlich hinter die getroffene Entscheidung der UEFA gestellt. Für sonstige Spekulationen bleibt in dieser Sache also überhaupt kein Raum», sagte Zwanziger in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Und er wiegelte wie ein geübter Diplomat alle Gedankenspiele ab: «Unser freundschaftliches Verhältnis zu Polen und der Ukraine muss auch beinhalten, dass wir uns respektvoll mit den Leistungen dieser Länder und Fußballverbände auseinandersetzen», sagte der Jurist.
Vier Städte in Polen (Warschau, Danzig, Breslau, Posen) und vier in der Ukraine (Kiew, Lwiw, Donezk, Dnjepropetrowsk) nannte die offizielle Turnier-Homepage der UEFA auch am Tag vor der Entscheidung weiterhin als Spielorte. Der Inspektions-Bericht einer hochrangigen UEFA-Delegation und eine erneute Präsentation der seit eineinhalb Jahren auch von UEFA-Präsident Michel Platini mitunter scharf kritisierten Gastgeber soll nun das Exekutivkomitee von der Turniertauglichkeit der Osteuropäer überzeugen. ««Es gibt acht Städte, vier in Polen und vier in der Ukraine», sagte Grzegorz Lato, der Chef des polnischen Fußball-Verbandes am Dienstag und begegnete damit allen Spekulationen. «Generell ist es aber sicher so, dass bei zwei Ausrichterstaaten die Wege zwischen den Spielorten oftmals sehr lang sind und somit sachgerechte Lösungen in den Bereichen Unterbringung und Verkehr ganz besonders wichtig sind. Das ist natürlich auch in der Ukraine und Polen der Fall», skizziert Zwanziger die Probleme. «Grundsätzlich kann ich aber nur noch einmal betonen, dass man den beiden Ländern, die im Bewerbungsverfahren den Zuschlag zur Ausrichtung der EURO 2012 bekommen haben, auch eine faire Chance bei der Umsetzung geben muss», sagte der 63-Jährige. |