Barca-Bilbao: Erinnerungen an Maradonas «Amoklauf»
Madrid (dpa) - 12.05.2009, 12:56 Uhr
Diego Maradona trainiert seit Herbst 2008 die argentinische Nationalmannschaft.
Das spanische Pokalfinale zwischen dem FC Barcelona und Athletic Bilbao am 13. Mai erinnert an einen der größten Skandale in der Fußballgeschichte des Landes. Als die Katalanen und die Basken sich das letzte Mal vor 25 Jahren in einem Endspiel um den «Königspokal» (Copa del Rey) gegenüberstanden, endete die Partie mit einem «Amoklauf» des Argentiniers Diego Maradona und einer Massenschlägerei. In jenem denkwürdigen Finale im Mai 1984 war die Barça-Elf des argentinischen Trainers César Luis Menotti trotz ihrer Weltstars Maradona und Bernd Schuster machtlos gegen das Abwehrbollwerk der «Löwen» und musste sich 0:1 geschlagen geben. Nach dem Abpfiff rammte Maradona einem Athletic-Spieler das Knie an den Kopf und prügelte auf alle ein, die sich ihm in den Weg stellten. Dies löste auf dem Rasen des Bernabéu-Stadions eine wilde Schlägerei aus. Während König Juan Carlos auf der Ehrentribüne dem Athletic-Kapitän Dani die Trophäe überreichte, prügelten unten auf dem Rasen Spieler, Betreuer und Zuschauer aufeinander ein. Es gab 60 Verletzte. Maradona und fünf weitere Spieler wurden für je drei Monate gesperrt. Der Argentinier entschuldigte sich später beim spanischen König, wechselte dann aber von Barça zum SCC Neapel.
Die Rivalität zwischen Barcelona und Bilbao hatte eine Vorgeschichte. Bei den Basken spielte damals der gefürchtete Andoni Goikoetxea. Der Verteidiger hatte 1981 dem Barça-Star Schuster das Knie und zwei Jahre später Maradona den Knöchel zertrümmert. Die Sportpresse bezeichnete ihn als den «brutalsten Kicker in der Geschichte des Profi-Fußballs» und verlieh ihm den Beinamen «Schlächter von Bilbao». Barcelona und Bilbao streiten sich auch darum, wer der «König des Königspokals» ist. Barça ist mit 24 Titeln spanischer Rekordhalter. Athletic kommt auf 23 Pokalsiege. Ein weiterer Pokalerfolg im Jahr 1902 wird vom Verband nicht anerkannt, sondern dem Vorläuferclub Vizcaya zugerechnet. Die Katalanen gehen als hoher Favorit in das Finale in Valencia. Für sie soll der 25. Pokalsieg der erste Schritt zu einem «Triple» sein. Anschließend wollen sie die spanische Meisterschaft und die Champions League gewinnen. |