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Van-Gaal-Poker geht weiter - «Bayern Traumclub»

Amsterdam (dpa) - 11.05.2009, 22:25 Uhr

Louis van Gaal sitzt bei einem Spiel von AZ Alkmaar auf der Bank.
Louis van Gaal sitzt bei einem Spiel von AZ Alkmaar auf der Bank.

Der Poker um einen möglichen Wechsel des niederländischen Trainers Louis van Gaal zum FC Bayern München nimmt groteske Züge an. Der 57-Jährige bat nun die Spieler seines Clubs AZ Alkmaar nach dem letzten Saison-Training um Verständnis.

«Bayern München ist für mich nun mal ein Traumclub», sagte van Gaal zur Begründung für seinen Wunsch, mit dem deutschen Rekordmeister einen Zweijahres-Vertrag bis 2011 zu unterzeichnen. Die Bayern lehnen eine Ablösezahlung weiterhin ab, Manager Uli Hoeneß schlug im «kicker» auch skeptische Töne an: «Ich halte den Wechsel im Moment für sehr gefährdet.»

In bislang unbestätigten Medienberichten ist inzwischen davon die Rede, dass sich der Chef und Besitzer des AZ Alkmaar, Dirk Scheringa, eine Ablösesumme in Höhe von 2,5 Millionen Euro für van Gaal vorstelle. Der FC Bayern wies jedoch eine Ablösezahlung weiter zurück.

Van Gaal wirkte am Abend teils pessimistisch: «Ich weiß nicht, ob ich wirklich nach Deutschland gehen kann», sagte er seinen Spielern. Es koste ihn in dieser Situation «viel Energie, um glaubwürdig zu bleiben». AZ-Clubchef Dirk Scheringa betonte, er werde im Tauziehen mit den Bayern um seinen Meistermacher nicht nachgeben. Van Gaal, der kürzlich mit dem AZ Alkmaar den Titel in der Ehrendivision geholt hat, habe bekanntlich bei AZ Alkmaar einen Vertrag bis 2010.

Zugleich kündigte Scheringa nun sofort ein persönliches Gespräch mit van Gaal über das Bayern-Thema an. Das Ergebnis könne möglicherweise umgehend bekanntgemacht werden, hieß es in Clubkreisen. Scheringa wies jedoch einen Bericht zurück, nach dem der Trainer sich bei der Übernahme des AZ Alkmaar vertraglich ausbedungen habe, dass er als Belohnung für den Meistertitel vorzeitig gratis zu einem anderen Club wechseln könne.


Van Gaal habe sich lediglich zusichern lassen, dass er in einem solchen Fall Nationaltrainer von fünf bestimmten Ländern werden dürfe. Das bedeute nicht, dass er ohne weiteres vorzeitig zu einem anderen Club gehen könne. «Daher brauche ich mir jetzt keine Sorgen zu machen», sagte Scheringa.

Zuvor hatte der Geschäftsmann in der Zeitung «de Volkskrant» kritisiert, dass der FC Bayern bereits in den Medien über einen bevorstehenden Wechsel van Gaals rede, ohne mit AZ Alkmaar gesprochen zu haben. Er wisse nicht, was Bayern wirklich wolle. «Ich weiß aber wohl, dass ich mit einem Toptrainer in die Champions League will, und zwar mit Louis van Gaal. Deshalb bestehe ich darauf, dass er seinen Vertrag erfüllt.»

Der Zeitung «Algemeen Dagblad» sagte Scheringa auf die Frage, ob van Gaal sich nicht durch den Gewinn des Landesmeister-Titels mit AZ das Entgegenkommen des Clubvorstandes verdient habe: «Dafür hat er ein gutes Gehalt bekommen. Ich denke, sogar das beste Gehalt in den Niederlanden.» Beim FC Bayern habe man nicht begriffen, dass AZ Alkmaar Ambitionen in der Champions League habe und van Gaal daher behalten wolle. Der Trainer habe seinen Vertrag «bei vollem Verstand» bis Mitte 2010 verlängert.

In München plante man weiterhin fest mit dem ehemaligen niederländischen Nationalcoach und früheren Trainer des FC Barcelona als Nachfolger von Jürgen Klinsmann. In der «Bild»-Zeitung äußerte sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge zuversichtlich: «Wir haben keinen Anlass, pessimistisch zu denken. Ich gehe davon aus, dass Louis van Gaal dort eine Lösung finden wird.»

Im Stadionheft zum Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen ist van Gaal bereits auf einem Foto abgebildet mit der Unterzeile: «Feiert hier der nächste Bayern-Trainer?» Außer van Gaal sollen nach Angaben der Zeitung «de Volkskrant» auch Andries Jonker, derzeit Sportdirektor beim niederländischen Club Willem II, und der Torwart-Trainer Frans Hoek nach München wechseln.

Mit beiden hatte van Gaal bereits beim FC Barcelona zusammengearbeitet. Zudem wolle er gerne seine Experten für Video- Auswertung, Max Reckers und Kees Verver, vom AZ Alkmaar mitnehmen. Hinsichtlich der finanziellen Wünsche des Toptrainers habe dessen Anwalt in der zurückliegenden Woche mit dem FC Bayern eine Einigung erzielt. Diese stehe allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Münchner Club verschont bleibt von Ablöseforderungen durch Alkmaar- Besitzer Scheringa.

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