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5 Jahre Haft für Ex-Juve-Geschäftsführer gefordert

Neapel (dpa) - 11.05.2009, 15:31 Uhr

Im Prozess um den italienischen Liga-Skandal im Fußball hat die Staatsanwaltschaft in Neapel hohe Haftstrafen für die elf Angeklagten gefordert. Für den ehemaligen Geschäftsführer von Juventus Turin, Antonio Giraudo, beantragte die Anklage in Neapel fünf Jahre Gefängnis.

Nach Meinung der Staatsanwälte war Giraudo neben dem in einem anderen Verfahren vor Gericht stehenden Ex-Juve-Manager Luciano Moggi der Kopf einer «kriminellen Vereinigung», die mit Hilfe korrupter Schieds- und Linienrichter Spiele in der italienischen Serie A zugunsten des Rekordmeisters manipuliert haben soll.

Giraudos Anwalt, Massimo Krogh, bezeichnete die Strafforderung als haltlos: «Die Anklage entbehrt jeglicher Grundlage», sagte Krogh in Neapel. Sie basiere lediglich auf der falschen Interpretation eines völlig harmlosen Telefongesprächs. Neben Giraudo rechneten die Staatsanwälte Filippo Beatrice und Giuseppe Narducci fünf weitere Angeklagte zu der «kriminellen Vereinigung»: Für den ehemaligen Schiedsrichterverbands-Präsidenten Tullio Lanese forderten sie zwei Jahre, für Schiedsrichter Tiziano Pieri drei Jahre und sechs Monate, für die Schiedsrichter Stefano Cassarà und Marco Gabriele je zwei Jahre und für Linienrichter Duccio Baglioni drei Jahre Haft.

Für die übrigen fünf angeklagten Schieds- und Linienrichter Paolo Dondarini, Domenico Messina, Gianluca Rocchi, Giuseppe Foschetti und Alessandro Griselli verlangten die Staatsanwälte kürzere Haftstrafen, da diesen nur einzelne Fälle von Sportbetrug vorgeworfen werden. Sie seien nicht Teil der von italienischen Medien als «Fußball-Mafia» bezeichneten Gruppe um Moggi gewesen. Dieser hatte neben weiteren Angeklagten ein verkürztes Verfahren abgelehnt und steht in Neapel in einem zweiten Prozess vor Gericht. Dieser Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt.

Vom Sportgericht des italienischen Fußball-Verbandes waren Moggi und seine Komplizen bereits 2006 wegen Liga-Manipulationen mit langjährigen Berufsverboten und Geldstrafen bestraft worden. Juventus Turin war zum Zwangsabstieg in die 2. Liga verurteilt worden.


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