Barça muss Titelfeier verschieben
Madrid (dpa) - 11.05.2009, 13:09 Uhr
Barcelonas Samuel Eto'o (l) kämpft mit Villareals Gonzalo Rodriguez um den Ball.
Alles war zur Meisterschaftsfeier hergerichtet. Der FC Barcelona schien einem ungefährdeten Sieg über den FC Villarreal entgegenzustreben, im Camp-Nou-Stadion herrschte Jubelstimmung. Ein Gegentor in der Nachspielzeit machte den Katalanen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Barça musste die Feier seines 19. Titel in der spanischen Fußballmeisterschaft um wenigstens eine Woche verschieben. Joseba Llorente erzielte unmittelbar vor dem Abpfiff für Villarreal den Ausgleich zum 3:3 und brachte die «Campeones»-Gesänge des Publikums zum Verstummen. Auch auf Barcelonas Flaniermeile «Las Ramblas», wo Tausende von Barça-Fans den vorzeitigen Titelgewinn feiern wollten, herrschte plötzlich betretenes Schweigen. Die Feier wurde allerdings nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Die Katalanen werden sich den ersten von drei angestrebten Titeln in dieser Saison kaum nehmen lassen. Wenn Real Madrid am 16. Mai beim FC Villarreal nicht gewinnt, steht Barcelona schon vor seiner Partie bei RCD Mallorca als Meister fest. Bei einem Real-Sieg reicht Barça ein Remis.
Trainer Josep Guardiola hatte gegen Villarreal seine Gala-Elf aufgeboten. Er wollte den Titelgewinn möglichst rasch unter Dach und Fach bringen. Das Camp-Nou-Stadion war mit 95 776 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt. Niemand wollte sich das Fest entgehen lassen. Seydou Keita (11.), Samuel Eto'o (35.) und Dani Alves (45.) schossen einen sicheren 3:1-Vorsprung heraus. Barça glaubte, die Partie im Schongang über die Bühne bringen zu können. Dann rempelte Eric Abidal einen Gegenspieler im Strafraum. Der Schiedsrichter wertete das Foul als «Notbremse», zeigte dem Abwehrspieler die Rote Karte und gab einen Elfmeter, den Mati Fernández (77.) zum 2:3 verwandelte. In der 92. Minute gelang Llorente der Ausgleich. Noch schlimmer als der aufgeschobene Titelgewinn war für Barça die Verletzung von Andrés Iniesta. Der in letzter Zeit stärkste Spieler der Katalanen, der sein Team beim FC Chelsea in der Nachspielzeit ins Finale der Champions League geschossen hatte, erlitt einen Muskelfaserriss. Der Held wurde zum Pechvogel. Er wird das Pokalfinale an diesem Mittwoch gegen Athletic Bilbao verpassen und möglicherweise auch das Endspiel der europäischen Elite-Liga am 27. Mai in Rom gegen Manchester United. Iniestas Pech wird wohl nur übertroffen vom Unglück Abidals. Der Franzose ist für beide Endspiele gesperrt. Der Abwehrspieler sah in vier Tagen zwei Rote Karten, obwohl er im Grunde kein Raubein ist. Er war bereits in der Partie bei Chelsea wegen eines eher harmlosen Fouls vom Platz gestellt worden.
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