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Bayern-Poker um van Gaal: AZ Alkmaar setzt Frist

München (dpa) - 04.05.2009, 13:21 Uhr

Louis van Gaal soll eine Entscheidung treffen.
Louis van Gaal soll eine Entscheidung treffen.

Beim Poker des FC Bayern München um den niederländischen Trainer Louis van Gaal zeichnet sich eine rasche Entscheidung ab. Van Gaals Arbeitgeber AZ Alkmaar hat dem Wunschkandidaten des deutschen Fußball-Rekordmeisters ein Ultimatum gestellt.

Der international umworbene Coach, der in München im Sommer als Cheftrainer die Nachfolge von Jürgen Klinsmann antreten könnte, soll sich innerhalb der nächsten zehn Tage erklären, ob er seinen Vertrag beim neuen niederländischen Champion erfüllt oder ein anderes Angebot annimmt. Diese Frist habe die Club-Führung dem Coach gesetzt, meldete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Van Gaal ist an Alkmaar noch bis Sommer 2010 gebunden, steht aber angeblich kurz vor einer Einigung mit dem FC Bayern. Der 57-Jährige hielt sich nach der 0:3-Niederlage von Alkmaar beim Tabellenzweiten FC Twente Enschede am Sonntag mit Äußerungen zu seiner Zukunft zurück. «Wenn ich etwas dazu sage, heißt es wieder, ich würde mit anderen Clubs flirten», erklärte van Gaal, der bei den Bayern ganz oben auf einer Liste mit möglichen Trainer-Kandidaten stehen soll.

Bayern-Manager Uli Hoeneß wies aber Meldungen, wonach der Rekordmeister mit van Gaal bereits eine grundsätzliche Einigung über ein Engagement erzielt habe, bisher zurück. «Louis van Gaal ist einer der Kandidaten, aber es gibt keine Unterschrift, keinen Vertrag und keine Entscheidung», hatte Hoeneß offiziell mitteilen lassen. Als «eher weniger wahrscheinlich» bezeichnete der Manager zudem eine Verpflichtung von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, dessen Name ebenfalls auf Bayerns Trainer-Liste steht.

Der Kontakt zwischen dem FC Bayern und van Gaal scheint bereits intensiv zu sein. In der «Süddeutschen Zeitung» berichtete Hoeneß, dass der laufende Vertrag van Gaals in Alkmaar wohl kein Problem darstellen würde: «Wie es aussieht, kommt er da raus.» Die «SZ» berichtete zudem von einem angeblichen Grundsatzbeschluss des Vereins pro van Gaal, der in München einen Vertrag mit einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren erhalten soll und wohl seine beiden Co-Trainer Frank de Boer und Shota Arveladze mitbringen würde.


In Alkmaar wird unterdessen bereits Co Adriaanse als van Gaals Nachfolger gehandelt. Adriaanse, den van Gaal bei den Nord-Holländern beerbt hatte, wird am Saisonende beim österreichischen Top-Club Red Bull Salzburg vom ehemaligen Bundesliga-Coach Huub Stevens abgelöst.

Van Gaal hat auch ein Angebot des belgischen Fußball-Verbandes als künftiger Nationaltrainer vorliegen. Diesen Posten könnte er sogar mit einer Tätigkeit in Alkmaar kombinieren. «Ich sage dazu nichts mehr. Sie werden es schon hören, wenn es soweit kommt oder nicht», sagte van Gaal am Wochenende leicht genervt. Nach dem Titelgewinn mit Alkmaar hatte der frühere niederländische Nationaltrainer beim AZ- Vorstand personelle Verstärkungen angemahnt: «Wir spielen nächste Saison Champions League und kämpfen damit an drei Fronten um Pokale. Dafür benötigen wir einen großen Kader mit guten Spielen.»

Beim FC Bayern muss van Gaal, der 1995 mit Ajax Amsterdam die Champions League gewinnen konnte, noch auf die Sicherung der erneuten Teilnahme an der europäischen Königsklasse warten. Interimscoach Jupp Heynckes soll dafür an den letzten vier Spieltagen mindestens Platz zwei in der Bundesliga halten. Denn die Bayern wollen nur mit der Aussicht auf erneute Champions-League-Millionen - in dieser Saison nahm man fast 50 Millionen Euro ein - nochmals groß in den Kader investieren. «Schaffen wir sie nicht, müssten wir in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit Dinge tun, die wir sonst kritisieren - und das wollen wir nicht», erläuterte Hoeneß.

In den Münchner Personal-Planungen spielt auch der Bremer Diego eine Rolle. «Diego ist für uns dann ein Thema, wenn Franck Ribéry wirklich wegginge», sagte Hoeneß der «SZ». Eine Verpflichtung von Nationaltorhüter Robert Enke von Hannover 96 sei dagegen nicht angedacht, berichtete Hoeneß: «Er wird 32, deshalb haben wir uns mit ihm nicht beschäftigt.»

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