Dem polnischen Fußball-Erstligisten Jagiellonia Bialystok bleibt trotz erwiesener Korruption der Zwangsabstieg erspart.
Das Vereinsgericht des Polnischen Fußballverbandes PZPN habe den vom Disziplinarausschuss beschlossenen Abstieg in die Zweite Liga rückgängig gemacht, berichteten polnische Medien. Jagiellonia würden stattdessen in der kommenden Saison zehn Punkte abgezogen. Außerdem werde der Club aus Bialystok im Nordosten Polens mit einer Geldstrafe von 300 000 Zloty (rund 66 000 Euro) belegt. Der Ausschuss hatte es zuvor für erwiesen gehalten, dass der Verein vor vier Jahren mindestens fünf Spiele manipuliert hatte.
Im polnischen Fußball wird seit 2005 wegen Korruption ermittelt. Seither wurden rund 200 Fußballmanager, Schiedsrichter, Trainer und Spieler festgenommen. Sieben Vereine sind bereits zum Zwangsabstieg verurteilt worden. PZPN-Präsident Grzegorz Lato kündigte in einem Interview an, er wolle Straffreiheit für Vereine durchsetzen, die damals in kriminelle Machenschaften verwickelt waren. Er befürchte andernfalls ein Chaos in der höchsten polnischen Fußball-Liga Ekstraklasa. Ein Beschluss dazu ist nach Presseberichten beim PZPN- Kongress im Juni geplant.