Koblenz (dpa) - 27.04.2009, 11:01 Uhr
Fußball-Trainer Rudi Gutendorf liegt nach einem Autounfall mit fünf gebrochenen Rippen und schweren Quetschungen in einem Krankenhaus in Koblenz.
«Mir ist es noch nie im Leben so schlecht gegangen. Die ganze Seite ist ein einziger Bluterguss und ich habe furchtbare Schmerzen», sagte der 82-Jährige der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der «Bild»-Zeitung. Die Verletzung schmerzt Gutendorf gleich doppelt, weil er derzeit zur Untätigkeit verurteilt ist, obwohl er ein Angebot als Fußball- Nationalcoach von Samoa hat. Auf der Südseeinsel war er schon 2003 tätig - seine 55. und bisher letzte Trainerstation im Ausland. ««Blaugrünes Wasser», schwärmte Gutendorf vom Krankenbett aus. «Aber die wissen gar nicht, was mir passiert ist.»
Der Unfall hatte sich bereits vor zehn Tagen auf dem Rückweg vom Urlaub im Schwarzwald ereignet. «Auf der Schwarzwaldhochstraße ist uns von der Seite einer reingefahren. Zum Glück saß ich mit Freunden in einem starken Mercedes. Wenn es ein normaler Wagen gewesen wäre, dann wäre ich jetzt tot», sagte Gutendorf, dessen Lunge möglicherweise noch punktiert werden muss.
«Riegel-Rudi», wie der Weltenbummler genannt wird, gilt weltweit als der Trainer mit den meisten Engagements im Ausland und steht deshalb im Guinness-Buch der Rekorde. Gutendorf absolvierte 1953 einen Lehrgang unter Sepp Herberger und war unter anderem für die Nationalteams von Bermudas, Chile, Australien, Nepal, Ruanda und Fidschi zuständig.
In der Bundesliga betreute er einst den Meidericher SV, Hamburger SV und Schalke 04. Der Koblenzer kümmert sich derzeit um die Prominentenauswahl von Lotto Rheinland-Pfalz. «Übernächste Woche haben wir das erste Spiel», meinte Gutendorf stöhnend. «Und ich liege hier.»