Juve: Bei Fan-Rassismus Team vom Platz holen
Turin (dpa) - 22.04.2009, 14:54 Uhr
Mario Balotelli wurde Opfer rassistischer Sprchchöre.
«Basta» mit dem Rassismus im Fußballstadion. Mit einer Null-Toleranzpolitik wollen Juventus Turin, der italienische Fußballverband (FIGC) und die Europäische Fußball-Union (UEFA) gegen die wieder aufgeflammte Fremdenfeindlichkeit in Italiens Fußball-Arenen vorgehen. Sollten sich im Turiner Olympiastadion rassistische Sprechchöre wie im Spitzenspiel gegen den farbigen Inter-Spieler Mario Balotelli wiederholen, will Juve-Trainer Claudio Ranieri sein Team vom Platz holen: «Ich werde Kapitän Alessandro Del Piero dann zur Fankurve schicken. Und wenn das nicht hilft, die einzig mögliche Entscheidung treffen: dann gehen wir in die Kabine», sagte Ranieri der «La Repubblica». Auch UEFA-Präsident Michel Platini kündigte eine harte Linie an: «Die UEFA wird versuchen, Spiele im Fall von rassistischem Verhalten auf den Rängen für zehn Minuten zu unterbrechen. Sollte die Warnung nichts nutzen, wird der Schiedsrichter das Spiel endgültig abbrechen», sagte der Franzose bei der Übergabe des Champions League-Pokals in Rom, wo im Mai das Finale der europäischen Königsklasse ausgetragen wird. «Man muss diesen Mut aufbringen», meinte Platini.
Juventus Turin war vom FIGC-Sportgericht wegen der rassistischen Fan-Gesänge im Spiel gegen Inter Mailand zu einer Partie ohne Publikum verurteilt worden. Diese Strafe sei aber zu hart, meinte Juve-Trainer Ranieri. Schließlich sei der Club zuvor noch nie negativ aufgefallen. Man habe nicht auf die Sprechchöre reagiert, da sie anders als in der Fernsehübertragung auf der Trainerbank nicht zu verstehen gewesen seien. Der Club hat gegen das Urteil, die Partie Anfang Mai gegen US Lecce vor leeren Rängen austragen zu müssen, Einspruch eingelegt. Die Berufung ist aber umstritten. «Ich hätte das nicht getan», sagte Juves langjähriger Präsident Giampiero Boniperti. «Mit diesem Rassismus muss Schluss sein», forderte der 80-Jährige.
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