Rom (dpa) - 22.04.2009, 14:12 Uhr
Eine deutsch-schweizerische Gruppe unter Führung des deutschen Unternehmers Volker Flick soll Interesse an einem Kauf des italienischen Fußball-Erstligisten AS Rom haben, berichteten mehrere Zeitungen in Italien.
Der Firmenzusammenschluss prüfe bereits seit zwei Monaten die Unterlagen des hoch verschuldeten Clubs, schrieb die «La Repubblica». Ein offizielles Kaufangebot gebe es noch nicht, die Verhandlungen seien jedoch schon weit fortgeschritten, behauptete die römische Tageszeitung.
Der AS Rom gehört zur Gesellschaft «Italpetroli», die sich im Besitz der Familie Sensi befindet. Diese dementierte Gerüchte über einen Verkauf des Clubs, nachdem die Aktien des Traditionsclubs am Dienstag an der Mailänder Börse mit einem Plus von 20 Prozent in die Höhe geschossen waren. «Es ist keinerlei Vertrag über einen Verkauf unterzeichnet worden», hieß es in einer Mitteilung von «Italpetroli».
Der Mischkonzern ist nach Medienangaben bei der italienischen Großbank Unicredit, die 49 Prozent der Firmenanteile hält, mit 365 Millionen Euro verschuldet. Eine Tranche von 130 Millionen Euro hätte die Firma der Familie Sensi im vergangenen Dezember an die Bank zurückzahlen müssen, sie sei dazu aber nicht in der Lage gewesen.
Aufgrund der hohen Schuldenlast wird in Italien seit langem über einen Verkauf des Fußballclubs spekuliert. Im vergangen Jahr hatte der amerikanische Unternehmer George Soros nach Angaben der «La Repubblica» 283 Millionen Euro für den Club geboten. Der Deal platzte jedoch.