Südafrika: Werbe-Offensive für Confed Cup
Johannesburg (dpa) - 15.04.2009, 20:55 Uhr
Südafrikas Vize-Präsidentin Baleka Mbete (m) und WM-Cheforganisator Danny Jordaan (2.v.r.) auf Werbetour.
Zwei Monate vor dem Anpfiff des Confederations Cups hat Südafrikas Regierung ihre Werbeoffensive für das Turnier der Kontinental-Meister gestartet. Zwei Busse schlängelten sich durch Soweto, den Schwarzen-Vorort der südafrikanischen Metropole Johannesburg. An Bord: Eine Schar Journalisten, ein halbes Dutzend Fußball-Funktionäre und Südafrikas Vizepräsidentin Baleka Mbete. Die Busse fuhren Einkaufszentren des ehemaligen Armenviertels an. Helfer verteilten T-Shirts und Tröten, die Vuvuzelas. Sie fanden reißenden Absatz. Es wirkte ein wenig wie eine Mischung aus Karneval und Wahlkampf, der sich am Kap gerade seinem Ende nähert. Nur vereinzelt tauchten gelegentlich Werbetafeln für das sportliche Großereignis auf - ihr Fehlen im Stadtbild hatte schon FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke heftig kritisiert. Selwyn Nathan, beim Organisationskomitee (OK) für Marketing verantwortlich, begründete das mit dem aktuellen Wahlkampf. Da gingen Werbehinweise neben den Postern der Parteien einfach unter. Nach der Wahl am 22. April werde das aber alles völlig anders werden.
Über die Hälfte aller 640 000 Tickets für die WM-Generalprobe seien schon verkauft, sagte Cheforganisator Danny Jordaan während einer Kundgebung im gläsernen Bauch der Maponya Mall, Sowetos größtem Einkaufszentrum. Dennoch mahnte Jordaan seine Landsleute: «Wir müssen die Stadien füllen, aber wir Südafrikaner sind ein wenig langsam beim Ticketkauf.» Inzwischen wurden die Bestimmungen gelockert: Interessenten, Firmen wie Einzelpersonen, dürfen nun auch gößere Ticket-Mengen auf einmal kaufen. Der erste Käufer, der davon Gebrauch machte, war die Investmentbank Investec. Sie kaufte gerade 50 000 Eintrittskarten auf einen Schlag. Nachdem sich bereits die FIFA und Südafrikas Regierung enttäuscht über fehlende Vermarktung und den schleppenden Ticketverkauf geäußert hatten, schoben die Verantwortlichen den Schwarzen Peter an die Medien weiter. Es fehle vor allem an Berichterstattung über die unbekannteren Nationalteams, meinte ein leitender OK-Funktionär. Nun holten sich die Organisatoren Verstärkung aus der Politik. Neben der Vizepräsidentin nahmen am Dienstag auch die Minister für Sicherheit und für Bildung sowie diplomatische Vertreter der teilnehmenden Länder an der Werbeveranstaltung für die Medien teil. Vizepräsidentin Mbete gab zu, dass die Offensive etwas spät gestartet wurde. Sie versuchte während der Tour in einer Bankfiliale zu demonstrieren, wie einfach die Ticket-Bestellung auch ohne Internet ist. Fast zur gleichen Stunde beschwerten sich Anrufer in einer Radio-Talkshow darüber, dass die Bankmitarbeiter oft nicht drauf vorbereitet seien, beim Ausfüllen der Formulare zu helfen. Der Verkauf in den Bankfilialen ist die einzige Chance für Fußball-Fans ohne Internetzugang, an Tickets zu gelangen.
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