Der Mannschaftsarzt von Ronaldos Verein Corinthians, Joaquim Grava, hat dem dreimaligen Weltfußballer eine gute Chance auf eine Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika attestiert.
«Das ist kein Traum. Wenn er in diesem Rhythmus weiter arbeitet, sich nicht verletzt und nichts Unvorhergesehenes passiert, dann ist er absolut in der Lage, an der WM teilzunehmen. Ohne Zweifel», sagte Grava in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa in São Paulo. Mit seinem im Vorjahr verletzten linken Knie habe Ronaldo, der seit dem 4. März wieder für den brasilianischen Erstligisten auf dem Platz steht, keine Probleme mehr. Der 32-Jährige sei aber physisch noch nicht in Topform.
Nach der Wiederaufbauphase sieht der medizinische Direktor von Corinthians Ronaldo derzeit bei etwa 40 Prozent des physischen Leistungsniveaus seines Teams. «Den Rest wird er während der nächsten Spiele dazugewinnen.» Vermutlich Mitte Mai werde er dann 100 Prozent erreicht haben. «Technisch muss ich nichts sagen - er ist eben «o fenômeno» (das Phänomen).» Mit Blick auf Ronaldos Gewicht, das in den Medien derzeit auf 90 Kilogramm geschätzt wird, sagte Grava, diese Frage sei nicht ausschlaggebend. Es komme oft vor, dass der Fettanteil niedrig sei und das Gewicht steige. «Ronaldo ist stärker geworden. Sein Körperfettanteil liegt bei 10,5 Prozent und das ist ein normales Niveau für jeden Spieler.»
Grava verwies darauf, dass auch andere Weltklasse-Fußballer im Lauf ihrer Karriere an Gewicht zulegt hätten: «Vergleichen Sie etwa das Gewicht von Pelé bei der WM 1958 und der von 1970 oder das Gewicht von Beckenbauer, als er anfing und zum Schluss seiner Karriere.» Auch das Alter Ronaldos, der im Falle einer WM-Teilnahme in Südafrika fast 34 Jahre alt wäre, hält der Mediziner aus São Paulo für kein Hindernis. «Heute ist es möglich, dass ein Spieler bis 36 oder sogar 38 Jahre auf dem Platz steht.» Seit seinem Comeback hat Ronaldo für Corinthians in sieben Partien fünf Tore geschossen.