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«Trap» und Referee lassen Italiener verzweifeln

Bari (dpa) - 02.04.2009, 13:06 Uhr

Giovanni Trapattoni (r) ruft 2008 Anweisungen auf das Feld.
Giovanni Trapattoni (r) ruft 2008 Anweisungen auf das Feld.

Giovanni Trapattoni feierte mit Irland beim 1:1 in Italien eine triumphale Rückkehr. «Grazie Italia!», bedankte sich der «Maestro» für den herzlichen Empfang in der Heimat.

Was für eine Genugtuung! Fünf Jahre nach seiner Ablösung durch Lippi trotzte er mit dem Fußballzwerg Irland dem Weltmeister einen prestigeträchtigen Teilerfolg ab. «Trap hat in Bari gezeigt, wer der Chef ist», erklärte der «Examiner» den von den Fans zum «Obama des irischen Fußballs» ernannten Trapattoni zum Sieger des Trainer-Duells.

Bei nur zwei Punkten Rückstand bleibt der Außenseiter in der WM- Qualifikation für Südafrika 2010 den «Azzurri» dicht auf den Fersen. «Nun glauben wir an die WM», titelte «The Irish Independent». Auch die «Gazzetta dello Sport» gratulierte dem 70-Jährigen: «Trap zockt Italien ab - Giovanni war der einzige Sieger des Abends.»

Wie von Lippi befürchtet, brachte der Trainer-Fuchs tatsächlich das Kunststück fertig, dem italienischen Star-Ensemble mit seiner Kämpfer-Truppe von der Insel Paroli zu bieten. «Trap spielt Italien einen Streich», titelte «Tuttosport» anerkennend. Der frühere Bayern- Coach stahl in Bari allen die Show: Während der wütende Lippi noch den Pressekonferenz-Saal verließ, wurde «Trap» dort schon mit großem Applaus begrüßt. Auch bei den Noten der «Gazzetta» schnitt «Trap» (6 Punkte) besser ab als Lippi (5,5).

«Das war ein gerechtes Unentschieden. Wir können die WM schaffen», kommentierte Trapattoni das Spiel mit sichtlichem Vergnügen. Weitere Sticheleien verkniff sich der Gentleman aber. Er räumte sogar ein, dass der Platzverweis für Giampaolo Pazzini «sehr hart und wohl übertrieben war.» Schon in der 4. Minute zeigte der deutsche Referee Wolfgang Stark dem Stürmer Rot, weil dessen Assistent eine Tätlichkeit gegen John OShea erkannt hatte. «Absolut unberechtigt», klagte Kapitän Fabio Cannavaro. «Ich hatte den Ellenbogen oben, aber nicht absichtlich, zumal ich OShea gar nicht habe kommen sehen», entschuldigte sich der fassungslose Pazzini.


Von Lippi bekam er Rückendeckung und Stark eine volle Breitseite: «Wir sind das Opfer einer großen Ungerechtigkeit geworden. Wir sind auf Nationalmannschafts-Niveau. Für so ein Foul kann man Pazzini nicht vom Platz stellen», wetterte Lippi. «Der Schiri war schlecht, eine halbe Katastrophe», kritisierte auch «La Gazzetta dello Sport».

Trotz Unterzahl ging Italien in der 11. Minute durch Vincenzo Iaquinta in Führung, während sich die tapfer anrennenden Iren lange schwer taten. Drei Minuten vor Abpfiff verdarb Kapitän Robbie Keane den Italienern mit seinem Ausgleich dann aber doch noch die vorzeitige Qualifikations-Feier und ließ Trapattoni jubeln.

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