Spanien, England, Holland können Quartiere buchen
Hamburg (dpa) - 02.04.2009, 12:59 Uhr
Der Ungar Tamas Hajnal (m) freut sich mit seinen Teamkameraden über sein Tor gegen Malta.
Europa-Rekord im Besitz, Welt-Bestleistung im Visier und das WM-Ticket so gut wie in der Tasche: Der seit dem 15. November 2006 unbezwungene EM-Champion Spanien eilt in der Ausscheidung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 von Sieg zu Sieg. Die Iberer können wie die ebenfalls noch mit makelloser Bilanz dastehenden Teams aus England und den Niederlanden das WM-Quartier in Südafrika fast schon fest buchen. «Auf zur WM», titelte «Marca», nachdem mit dem 2:1 in der Türkei der Nimbus der Unbezwingbarkeit auch im 31. Spiel in Serie Bestand hat. Damit hat die Selección ihre mit Argentinien und Italien gemeinsam gehaltene Bestleistung egalisiert und Weltrekordler Brasilien (1993-96: 36 Mal ohne Niederlage) vor Augen. «Gewinnen wird für Spanien zur Gewohnheit», befand «As». «Natürlich schielen wir auf die Serie, sie motiviert besonders», gab Coach Vicente del Bosque zu. Ähnlich erfolgreich wie der Europameister, der dank Xabi Alonso (Elfmeter) und Albert Riera den ersten Sieg auf türkischem Boden überhaupt und den sechsten in der Gruppe 5 feierte, marschieren zwei weitere Mannschaften durch die Ausscheidung: Holland und England weisen nach fünf Erfolgen ebenfalls noch eine «weiße Weste» auf. Dem Oranje-Team fehlt nach dem 4:0 über Mazedonien, bei dem Dirk Kuyt (2), Klaas-Jan Huntelaar und Rafael van der Vaart trafen, in Gruppe 9 noch ein Punkt zum Lösen des WM-Tickets. «Dies zu erreichen, dürfte nun nicht mehr allzu schwer sein», frohlockte Bondscoach Bert van Marwijk. Das Fußball-Mutterland hielt dank des 2:1 über die Ukraine, das Kapitän John Terry mit seinem Tor (85.) sicherte, den Top-Rivalen auf Distanz. «Das war eines der wichtigsten Tore meiner Laufbahn.»
Während das erfolgreiche Trio sich auf gewachsene Teams verlassen kann, wird Franck Ribéry bei Ex-Welt- und -Europameister Frankreich immer mehr zum Erfolgsgaranten. «Der Retter hat wieder mal gerettet», schrieb die Sportzeitung «L'Équipe» über den Mittelfeldstar vom FC Bayern, der wie im «Hinspiel» der 1:0-Siegtorschütze gegen Litauen war. Dadurch steht die «Équipe Tricolore» (10 Punkte) in Gruppe 7 wieder mit guten Aussichten hinter Spitzenreiter Serbien (12), nun aber vor den überraschend starken Litauern (9). «Franck ist einer der wichtigsten Bausteine der Mannschaft, aber der Sieg ist das Verdienst der ganzen Mannschaft», meinte Trainer Raymond Domenech, dessen Position dank des Doppel-Erfolges wohl vorerst gesichert ist. In Gruppe 2 geht das deutsche Trainer-Duell um Platz eins weiter. Otto Rehhagels Griechen behielten dank der Nervenstärke von Georgios Samaras beim Foulelfmeter zum 2:1 auf Kreta gegen Israel die Spitze vor Ottmar Hitzfelds Schweizern (je 13), die Moldawien 2:0 besiegten. «Blaise Nkufo und Alexander Frei haben einen Lauf», lobte der Coach die beiden Torschützen der Eidgenossen, die Rehhagels Hellenen am 5. September zum wohl entscheidenden Gruppen-Duell empfangen. |
Ein Prestige-Erfolg gelang Giovanni Trapattoni, der bei seiner Rückkehr nach Italien mit Irland ein beachtliches 1:1 erzielte. Nach Iaquintas Führung (10.) schaffte Keane (87.) gegen lange Zeit nur zehn Asse der «Squadra Azzurra» noch den Ausgleich. Obwohl der Weltmeister im deutschen Referee Wolfgang Stark, der Pazzini früh (4. Minute) die Rote Karte zeigte, den Schuldigen für den Punkteverlust sah, stand der «Maestro» nach dem Teilerfolg gegen sein einstiges Team im Mittelpunkt. «Trap spielt Italien einen Streich», meinte «Tuttosport». Und die «Gazzetta dello Sport» urteilte: «Von Trap abgezockt - Er war der einzige Sieger des Abends». Vor der Ablösung steht Rumäniens Coach Victor Piturca nach dem 1:2 in Österreich. «Piturca ist es gelungen, die Nationelelf endgültig zu begraben», schrieb die Zeitung «Gazeta Sporturilor». Piturca müsse «dringend» abgelöst werden. Der in die Schusslinie geratene Coach war nach der Schlappe ratlos: «Ich habe erwartet, dass wir verlieren, aber doch nicht so. Wir haben Tore wie im Kindergarten bekommen.»
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