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Riquelme spielt nicht mehr für Argentinien

Hamburg (dpa) - 11.03.2009, 16:46 Uhr

Argentiniens Juan Roman Riquelme (r) im Duell mit dem Brasilianer Gilberto Silva.
Argentiniens Juan Roman Riquelme (r) im Duell mit dem Brasilianer Gilberto Silva.

Harter Schlag für Diego Maradona: Regisseur Juan Román Riquelme will unter dem neuen argentinischen Fußball-Nationaltrainer nicht mehr für die «Albiceleste» auflaufen.

Der einst als Nachfolger der «Hand Gottes» auf dem Grün gefeierte Riquelme meinte beim Sender «Canal 13» in Buenos Aires: «Wir haben nicht dieselben Grundsätze und wir können nicht zusammenarbeiten. Die Nationalmannschaft ist beendet für mich, ich werde in dem Team nicht spielen, solange Maradona im Amt ist.»

Es werde sicherlich sehr wehtun, die Partien künftig im TV anzuschauen, sagte der Mittelfeldmann der Boca Juniors: «Aber ich hoffe, alles wird gut, und Argentinien qualifiziert sich auch ohne mich für die WM in Südafrika.» Vom erneuten Rücktritt des 30-Jährigen, der bereits nach der WM 2006 in Deutschland sein Aus in der Selección erklärt hatte, zeigte sich Maradona überrascht. «Dass er nicht in meiner Mannschaft spielen will, macht mich sehr traurig, aber ich werde deswegen nicht weinen», sagte er dem Radiosender «Mitre» und ging gleich zur Tagesordnung über: «Ich denke schon an die Mannschaft ohne Riquelme.»

Gleichwohl könnte die Entscheidung Riquelmes sportlich nicht ohne Folgen bleiben. Der geniale Techniker mit dem Blick für den entscheidenden Pass ist bis dato mit vier Treffern auch der erfolgreichste Torschütze der «Gauchos» in der Qualifikation für die WM 2010. Und am 28. März in Buenos Aires gegen Venezuela sowie am 1. April in La Paz gegen Bolivien stehen bereits die nächsten - für Maradona als Trainer die ersten - Entscheidungen auf dem Weg nach Südafrika an. «Es könnte die Chronik eines großen Problems werden. Oder, vielleicht, eine unerwartete Lösung», orakelte die argentinische Zeitung «La Nacion».

Riquelme, der bei der WM in Deutschland mit großem Stolz die Nummer 10 des legendären Maradona getragen hatte, aufgrund seines manchmal phlegmatischen Spielstils aber nur selten unumstritten war, zählte nicht zum Kader für die beiden ersten Testspiele gegen Schottland und Frankreich unter Maradonas Führung. «Ich bin 30 Jahre alt und kein kleines Kind, ich will klar Verhältnisse», sagte Riquelme, der für den zweimaligen Weltmeister Argentinien 50 Länder bestritt und im vergangenen Sommer vor den Augen Maradonas die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen hatte. Riquelme kritisierte, dass er im Radio von Teammanager Carlos Bilardo erfahren habe, dass er gegen Frankreich nicht dabei sein würde. Und in der vergangenen Woche habe sich Maradona im Fernsehen über seinen (Riquelmes) Spielstil geäußert.


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