FC Chelsea feuert Trainer Scolari
London (dpa) - 09.02.2009, 18:52 Uhr
Luiz Felipe Scolari hat sich beim FC Chelsea nicht durchsetzen können.
Die Ära Luiz Felipe Scolari ist bei Michael Ballacks Arbeitgeber FC Chelsea bereits nach sieben Monaten schon wieder beendet. Zwei Tage nach dem peinlichen 0:0 gegen Aufsteiger Hull City entließ der Londoner Premier-League-Club seinen 60 Jahre alten Coach mit sofortiger Wirkung. «Um diese Saison weiter bei der Jagd nach Titeln mithalten zu können, schien es uns die einzige Option, jetzt einen Wechsel vorzunehmen», begründete der Chelsea-Vorstand den drastischen und überraschenden Schritt auf der Internet-Seite des Fußball-Vereins. Zum Interimscoach wurde Co-Trainer Ray Wilkins berufen. Als einen möglichen Nachfolger für Scolari handelten britische Medien bereits den früheren Chelsea-Star und Trainer von West Ham United, Gianfranco Zola. «Die Ergebnisse und die Leistung der Mannschaft schienen in einem Schlüsselmoment der Saison immer weiter nachzulassen», hieß es weiter. Die Elf des DFB-Kapitäns Ballack ist auf den vierten Tabellenrang abgerutscht und liegt nun schon sieben Punkte hinter Titelverteidiger Manchester United. Scolari, der Brasilien als Nationalcoach 2002 zur Fußball-Weltmeisterschaft führte und dabei Deutschland im Finale bezwang, hatte seinen Posten erst im Juni 2008 angetreten.
«Felipe hat viele positive Dinge in den Verein eingebracht, und wir sind traurig, dass seine Beziehung zu dem Club nur von so kurzer Dauer war», erklärte der Chelsea-Vorstand. Die Suche nach einem Nachfolger habe begonnen und solle «sobald als möglich» abgeschlossen sein. Bereits Samstag hatten enttäuschte Fans erstmals per Plakat eine Rückkehr von Zola gefordert. Scolari, der zuvor fünf Jahre lang Portugal trainierte, hatte bei Chelsea nach der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz die Nachfolge von Trainer Avram Grant angetreten, der sich nur neun Monate halten konnte. Unter Grants Regie war Chelsea vergangene Saison erstmals in vier Jahren ohne Trophäe geblieben. Im Endspiel um die Champions League unterlagen Ballack und Co. im Moskauer Finale im Mai 2008 dem englischen Meister Manchester United. Mit dem bei den Spielern beliebten Scolari waren die «Blues» zwar mit viel Elan in die Saison gestartet. Zu Hause zeigt das davor 86 Spiele ungeschlagene Chelsea aber überraschend Schwächen: Die Mannschaft unterlag sowohl dem FC Liverpool als auch dem Lokalrivalen FC Arsenal im heimischen Stadion an der Stamford Bridge.
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