Inter siegt und zieht Milan davon
Mailand (dpa) - 08.02.2009, 17:11 Uhr
David Beckham (r) jubelt mit Kaka über ein Tor im Match gegen Reggina Calcio.
«Ciao Milan!» - Vor dem Mailänder Derby zieht Titelverteidiger Inter seinem Lokalrivalen und Verfolger AC Mailand davon. Während der Meister (53 Punkte) am 23. Spieltag klar 3:0 bei US Lecce siegte und seine Führung auf 8 Punkte vor Milan (45) ausbaute, blamierte sich der Lokalrivale daheim beim mageren 1:1 gegen «Schlusslicht» Reggina Calcio. Zudem muss Milan um die Gesundheit seines Superstars Kaká und den Verbleib seines neuen Lieblings David Beckham fürchten. Durch die Pleite verlor der AC Mailand Rang zwei an Juventus Turin (46), das durch ein spätes Tor von Poulsen (90.) in Catania zwar mit 2:1 gewann, aber den 1:0-Schützen Vincenzo Iaquinta durch die Gelb-Rote Karte verlor. «Inter ist ein Koloss, Milan geht unter», titelte «La Gazzetta dello Sport», denn für Milan kam es knüppeldick. «Schluss mit dem Zirkus um Beckham, wir haben Milans Angebot abgelehnt», sagte LA Galaxys Geschäftsführer Tim Leiweke. Was für eine kalte Dusche für die Tifosi. Die Amerikaner sollen mindestens 10 Millionen Euro für den englischen Mittelfeldspieler verlangen, die Italiener wollen aber nur rund 5 Millionen auf den Tisch legen. «Immerhin zeigt sich Galaxy verhandlungsbereit», versuchte AC-«Vize» Adriano Galliani die Absage aus Amerika positiv zu deuten. «Ich hoffe, es findet sich eine Lösung», meinte er. Denn offensichtlich glauben die Mailänder weiter, ihren Gastarbeiter über den 8. März hinaus halten zu können.
Angewiesen sind sie mehr denn je auf den Flankengeber: Denn im Spiel gegen Reggina erlitt Mittelfeld-Star Kakà kurz nach seinem Elfmetertor zum 1:1 (67. Minute) eine böse Fußblessur. «Ich mache mir Sorgen», sagte Milan-Coach Carlo Ancelotti, nachdem der Brasilianer eine Verstauchung im linken Fußgelenk erlitten hatte. Nach einer Untersuchung steht fest, dass Kaka rund 14 Tage ausfällt. Damit steht er Brasiliens Nationalelf in London gegen Italien ebenso nicht zur Verfügung wie Milan gegen Inter. Dabei geht es im Titelrennen für Milan dort schon um Alles oder Nichts. «Jetzt müssen wir gegen Inter gewinnen», forderte Ancelotti. Sonst zieht der Meister wohl endgültig auf und davon. «Inter sagt: Ciao Milan», schrieb der «Corriere dello Sport» bereits. Inter-Coach José Mourinho müsste sein Team daher eigentlich in einer mehr als komfortablen Position sehen und zufrieden sein. Trotz des 3:0 in Lecce murrte der Portugiese aber wieder mal über den Schiedsrichter, da dieser Zlatan Ibrahimovic Gelb gezeigt und Inter angeblich einen fälligen Elfmeter verweigert hatte. «Seltsam» seien die Referee-Entscheidungen gewesen, meinte Mourinho. Erfreut war er zumindest darüber, dass sein Team wieder «Konzentration, großen Teamgeist und Selbstbewusstsein» bewiesen habe. Zlatan Ibrahimovic (12.), Figo (72.) und Dejan Stankovic (90./+2.) trafen für Inter.
|