Lissabon (dpa) - 29.12.2008, 17:27 Uhr
Der portugiesische Fußball hat im Transfer- Geschäft von Profi-Spielern mit dem Ausland erstmals seit vielen Jahren wieder mehr Geld für Akteure bezahlt als beim Verkauf heimischer Spieler eingenommen wurde.
Die Clubs hätten Fußballer im Wert von 58,4 Millionen Euro ins Ausland verkauft und in anderen Ländern für 61,7 Millionen Euro eingekauft, berichtet die Zeitung «Jornal de Noticias».
Zum Import-Überschuss trug vor allem der Traditionsverein Benfica Lissabon bei. Der Herbstmeister gab für Spielereinkäufe 23,3 Millionen Euro aus und verkaufte ins Ausland Akteure nur für sechs Millionen Euro. Der argentinische Nationalspieler Pablo Aimar sei der teuerste Einkauf gewesen, hieß es.
Gegen den Trend agierte Landesmeister FC Porto, der 26,9 Millionen Euro ausgegeben, aber 49 Millionen Euro eingenommen habe. Diese Zahlen resultierten in erster Linie aus den Transfers von Bosingwa zum FC Chelsea (20 Millionen) und Ricardo Quaresma zu Inter Mailand (24,6).
«In einer Zeit, in der alle Clubs unseres Landes von einer Rezession bedroht sind, bedeutet das eine überraschende Tendenzumkehr, denn in den vergangenen Jahren hatten unsere Vereine stets deutlich mehr exportiert als importiert», schrieb das Blatt. In den vergangenen Jahren hätten vor allem die internationalen Erfolge des FC Porto die Nachfrage nach portugiesischen Spielern im Ausland stark erhöht.