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Verkauf von Newcastle United abgesagt

Newcastle (dpa) - 29.12.2008, 11:56 Uhr

Newcastle-Eigner Mike Ashley (m) hat den Verkauf des Clubs abgesagt.
Newcastle-Eigner Mike Ashley (m) hat den Verkauf des Clubs abgesagt.

Der abgesagte Verkauf des englischen Fußball-Premier-League-Clubs Newcastle United hat ein gemischtes Echo hervorgerufen.

«Es ist eine zweischneidige Sache», sagte der Chef des offiziellen Newcastle-Fanclubs, Malcolm Shiels, der Regionalzeitung «The Journal», nachdem Eigner Mike Ashley am 28. Dezember die seit September laufende Suche nach einem Käufer abgebrochen hatte. Der Milliardär und Sportbekleidungs-Tycoon hatte den Traditionsverein im Mai 2007 erworben und später zum Verkauf angeboten, nachdem es wegen des Rücktritts von Coach Kevin Keegan zu massiven Fan-Protesten gekommen war.

«Auf der einen Seite bedeutet es mehr Stabilität, auf der anderen Seite habe ich große Vorbehalte», sagte Shiels weiter. «Ich glaube, Ashley hat sich so entschieden, weil er den Club nicht verkaufen kann.» Tatsächlich hatte Newcastle in den vergangenen drei Monaten angeblich einige «ernsthafte» Interessenten aus dem Nahen Osten und Afrika angezogen, aber kein festes Übernahmeangebot erhalten.

Andere wie der einstige Newcastle-Profi und -Coach Peter Beardsley rieten den Anhängern, dem umstrittenen Club-Eigentümer zu vergeben. «Er kam mit den richtigen Intentionen hierher», sagte Beardley dem Sender BBC, «er wollte dem Club nie den Rücken kehren. Nun öffnet sich das Transfer-Fenster, und das bedeutet für uns hoffentlich gute Nachrichten.»

Ashley hatte den Club, der 1:5 gegen Tabellenführer FC Liverpool verlor und derzeit Tabellenplatz 14 belegt, für rund 135 Millionen Pfund erworben und weitere 100 Millionen in Schuldenabbau und Spielerkäufe investiert. «2009 werden wir den Club weiter vorwärtsbringen», versprach Ashley am Sonntag in seiner Erklärung, die keine konkrete Erklärung für seinen Sinneswandel enthielt.


Newcastle ist nur einer von mehreren englischen Erstliga-Clubs, bei denen vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise zuletzt Verkäufe zur Debatte standen. Der FC Portsmouth und der FC Everton sind offiziell weiter auf der Suche nach neuen Besitzern. Den Eigentümern der Londoner Clubs FC Fulham und West Ham United wird nachgesagt, ebenfalls Veräußerungen zu erwägen. West Ham gehört dem isländischen Geschäftsmann Björgolfur Gudmundsson, einem Hauptaktionär der Pleitebank Landsbanki.

Andere englische Clubs wie Michael Ballacks FC Chelsea, dessen Besitzer der russische Oligarch Roman Abramowitsch ist, haben in den letzten Monaten Sparprogramme in Kraft gesetzt. Darüber, ob Chelsea im Januar auf dem Spielermarkt aktiv werden könnte, gab es von Vereinsführung und Trainern zuletzt unterschiedliche Signale.

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