Ukraine: Trotz Finanzkrise EM 2012 mit Polen
Moskau (dpa) - 31.10.2008, 15:08 Uhr
Grzegorz Lato spricht bei der Verbands-Tagung in Warschau.
Die Ukraine will trotz der Finanzkrise an der Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2012 mit Co-Gastgeber Polen festhalten. Die nationale Agentur zur Vorbereitung der EURO 2012 in der Ukraine bestätigte Finanzierungsprobleme bei den Hotelbauten. Darüber berichtete die Kiewer Zeitung «Sewodnja». Gerüchte über eine komplette Einstellung der Arbeiten seien aber unzutreffend, sagte der Vizechef der Agentur, Jewgeni Wilinski, laut einem Bericht des «Sewodnja»-Internetportals. Wilinski warf Medien vor, seine Aussagen aus dem Kontext gerissen und in «skandalöser Weise» aufgebauscht zu haben. Einen Fehlschuss leistete sich der neue Präsident des Polnischen Fußballverbandes (PZPN), Grzegorz Lato, direkt nach seiner Wahl am Donnerstag. In einem TV-Interview brachte der WM-Torschützenkönig von 1974 Deutschland als möglichen Partner seines Landes bei der Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft in vier Jahren ins Spiel. Der bei der PZPN-Wahl unterlegene Zbigniew Boniek nannte dies einen «schrecklichen politischen Fehler». Lato könne nicht schon jetzt einen anderen Partner suchen, warnte der im Umgang mit den Medien viel erfahrenere Sportkollege. Für Polens Staatspräsident Lech Kaczynski war das Statement «außerordentlich unglücklich».
Wilinski warf Lato «unpartnerschaftliches Verhalten» vor, wenn er Deutschland als Ersatzpartner für die Austragung der EURO 2012 ins Spiel bringe. «Ich glaube nicht, dass das die Position der polnischen Regierung und der polnischen Gesellschaft ist», sagte er. Seine Ausführungen über die Einstellung von Arbeiten bei 80 Prozent der Projekte für die EURO 2012 habe sich ausschließlich auf die Hotelbauten bezogen, betonte er. Grund seien Geldprobleme wegen der Kreditkrise. Polen und die Ukraine hatten für die EM-Endrunde 2012 gemeinsam den UEFA-Zuschlag erhalten. Die rein «sportliche Infrastruktur» werde in der Ukraine nach wie vor errichtet, weil dafür die staatliche Finanzierung zugesichert sei, betonte Wilinski. Er wies darauf hin, dass eine Reihe von Objekten - wie das Stadion in Dnepropetrowsk - fertiggestellt sei. Zugleich räumte er ein, dass die Geldprobleme erschwerend zu den seit Monaten dauernden organisatorischen Schwierigkeiten hinzukämen. Die Europäische Fußball-Union hatte der Ukraine wegen der schleppenden EM-Vorbereitung mit einem Entzug der Rechte gedroht. |