Warschau (dpa) - 30.10.2008, 17:55 Uhr
Der frühere polnische Nationalspieler Grzegorz Lato ist zum Präsidenten des nationalen Fußball-Verbandes (PZPN) gewählt worden. Für den 58-jährigen WM-Torschützenkönig von 1974 stimmten beim PZPN-Wahlkongress in Warschau 57 der 112 Delegierten.
Er werde alles unternehmen, damit die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine zum «gemeinsamen Erfolg» werde. Lato setzte sich im ersten Wahlgang unter anderem gegen seinen früheren Mannschaftskameraden Zbigniew Boniek durch. Beide hatten bei der WM 1982 durch einen 3:2-Sieg gegen Frankreich Platz drei belegt. Bei der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland hatte Lato sieben Tore geschossen und war auch an der mit 0:1 gegen Deutschland verlorenen «Wasserschlacht» in Frankfurt am Main beteiligt gewesen.
In mehr als 100 Spielen für die Nationalmannschaft erzielte der Stürmer 45 Tore. In den Jahren 2001 bis 2005 saß Lato als Senator des postkommunistischen Linksbündnisses (SLD) in der Zweiten Parlamentskammer Polens.
Als Verbandschef soll Lato den angeschlagenen PZPN aus der tiefen Krise führen. Der Fußball in Polen leidet seit Jahren unter Korruption, Gewalt in den Stadien sowie Finanzaffären. Polen soll in vier Jahren zusammen mit der Ukraine die EURO 2012 ausrichten. Latos Programm soll die «Öffnung und Entwicklung» des Fußballs bringen.