Schlusslicht Tottenham mit Magie gegen Arsenal
London (dpa) - 30.10.2008, 11:31 Uhr
Harry Redknapp sorgt in Tottenham für neue Moral.
Der Zauber ist zurück bei Tottenham Hotspur. Nach dem sensationellen 4:4 beim großen Rivalen FC Arsenal schwebte der Traditionsclub in magischen Höhen - trotz seines letzten Platzes in Englands Fußball-Premier-League. «Ich fühle mich wie Superman, ich könnte nach Hause fliegen», sagte Mittelfeldstar David Bentley stolz, nachdem das Team mit großer Moral in der Nachspielzeit einen 2:4-Rückstand noch wettgemacht hatte. Englands Presse feierte derweil den neuen «Spurs»-Trainer Harry Redknapp als Magier und Entfesselungskünstler («Houdini-Harry») der vorher weit unter ihren Möglichkeiten gebliebenen Elf. Tottenham startete in Arsenals Emirates-Stadion selbstbewusst, Bentley überlistete Manuel Almunia, Jens Lehmanns Nachfolger zwischen den Pfosten, aus über 30 Metern (14. Minute). Aber die «Gunners» schlugen durch Mikael Silvestre (37.), Kapitän William Gallas (46.) und Emmanuael Adebayor (64.) zurück, und nach dem Anschlusstreffer der Spurs durch Darren Bent (67.) stellte Robin van Persie umgehend den Zwei-Tore-Abstand wieder her (68.). Doch dann schossen Jermaine Jenas (90.) und Aaron Lennon (90.+3) Tottenham zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich und ließen Arsenal-Trainer Arsène Wenger «wütend und enttäuscht» am Spielfeldrand zurück.
«Wir haben gezeigt, dass wir eine Top-Mannschaft sind, die um jeden Punkt kämpft», sagte Bentley nach dem dramatischen Match. «Mit Redknapp sind Stolz und Kampfgeist in eine Mannschaft zurückgekehrt, die zur Lachnummer geworden war», urteilte «The Sun» und sorgte sich scherzhaft um die Gesundheit des Neuen auf der Bank. «In seinen zwölf Jahren bei Arsenal hat Wenger acht Tottenham-Trainer kommen und gehen sehen, und Redknapp wird von Glück sagen, nicht der neunte zu werden. Mehr Spiele dieser Art, und der Herzinfarkt ist sicher», so das Boulevardblatt. Derweil verteidigte der FC Liverpool am 10. Spieltag mit Glück seine Drei-Punkte-Führung vor dem FC Chelsea. Die «Reds» besiegten den FC Portsmouth dank eines Handelfmeters von Steven Gerrard (76.), der damit den Trainer-Einstand von Englands früherem Team-Kapitän Tony Adams bei «Pompey» verdarb. «Liverpool genießt die Gunst der Fußball-Götter», schrieb der «Daily Mirror», «wie sonst ist zu erklären, dass Portsmouths Papa Bouba Diop mit der Hand zu einem Ball ging, der nicht mal Richtung Tor unterwegs war?» Der Tabellen-Zweite Chelsea gewann ohne den noch verletzten DFB- Kapitän Michael Ballack 3:0 beim zuvor punktgleichen Neuling Hull City nach Toren von Frank Lampard (3.), Nicolas Anelka (50.) und Florent Malouda (75.). «Chelsea stutzt die Flügel der Höhenflieger», titelte die «Times». Ein «Doppelpack» des portugiesischen Torjägers Cristiano Ronaldo (14./30.) sicherte Meister Manchester Uniteds 2:0- Sieg über West Ham United.
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