Chelsea siegt unbeeindruckt vom Drogenskandal
24.10.2004, 14:00 Uhr
Eidur Gudjohnsen lässt sich von den Fans an der Stamford Bridge feiern.
London/Frankfurt/Main (dpa) - Der Drogenskandal um Adrian Mutu vom FC Chelsea hat sich zur persönlichen Abrechnung zwischen dem Rumänen und Trainer José Mourinho entwickelt. Die Mannschaft zeigt sich davon aber unbeeindruckt. Mit einem 4:0-Heimsieg über die Blackburn Rovers festigten die «Blauen» ihren zweiten Rang in der Premier League und setzten Spitzenreiter und Stadtrivale FC Arsenal weiter unter Druck. Mit drei Treffern sorgte der isländische Angreifer Eidur Gudjohnsen fast im Alleingang für den bislang höchsten Saisonsieg. Der vierte Treffer ging auf das Konto von Damien Duff. Zuvor hatten die Minimalisten in neun Spielen lediglich acht Mal getroffen. Nicht zum Zug kam erneut der deutsche Jung-Nationalspieler Robert Huth. Der 20-Jährige, bislang erst einmal eingewechselt, stand nicht einmal im Kader. Besser lief es für Dietmar Hamann. Der deutsche Mittelfeldspieler spielte beim 2:0-Heimerfolg des FC Liverpool über Charlton Athletic erneut durch. Dank der Tore von John Arne Riise und Luis Garcia verkürzte der englische Rekordmeister den Anschluss an die Spitze. Nationalmannschafts-Debütant Thomas Hitzlsperger kam für lediglich drei Minuten bei Aston Villa zum Einsatz. Dafür durfte er am Ende einen 2:0-Sieg über den FC Fulham mit U-21-Akteur Moritz Volz.
Der Welt-Verband FIFA kündigte unterdessen Interventionen an, falls er die Strafe für Mutu durch den englischen Verband FA, die sechs Monate bis zu zwei Jahre betragen kann, als nicht ausreichend betrachtet. «Unser Disziplinar-Code ist ganz klar - er fordert eine Mindeststrafe sowie ein Bußgeld», sagte ein FIFA-Sprecher der «Mail on Sunday». Der rumänische Nationalmannschafts-Kapitän war positiv auf die Einnahme von Kokain getestet worden. Für sauberen Sport machte sich auch Chelsea-Coach Mourinho stark. «Wir müssen den Konsum von Drogen bekämpfen. Wenn Menschen denken, dass Topsportler in Drogenmissbrauch involviert sind, ist das eine schlechte Botschaft an die Welt und unsere Kinder», betonte der Portugiese. Mutu bezichtigte er der Lüge: «Es stimmt einfach nicht, was er sagt.» So habe er dem Angreifer, der lediglich die Einnahme eines Sex stimulierenden Mittels bestätigte, nicht verboten, zum WM- Qualifikationsspiel am 9. Oktober nach Tschechien zu fliegen. Mutu behauptete dies aber und ebenso, dass Mourinho bei einem anschließenden Gespräch gedroht und geschubst habe. «Vielleicht hat er ja Albträume wegen mir», entgegnete Mourinho.
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