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Real wähnt Schiedsrichter in Spanien gegen sich

Madrid (dpa) - 27.10.2008, 13:18 Uhr

Reals Spieler Raul Gonzalez (l) und Rafael van der Vaart jubeln über den Sieg.
Reals Spieler Raul Gonzalez (l) und Rafael van der Vaart jubeln über den Sieg.

Die Vereinsbosse von Real Madrid argwöhnen, dass die Schiedsrichter in Spanien etwas gegen die «Königlichen» haben. Sie betrachten den spanischen Fußballmeister als das Opfer einer Verschwörung.

«Jemand will anscheinend verhindern, dass Real erneut den Titel holt», sagte Sportdirektor Pedja Mijatovic nach dem hart erkämpften 3:2 (2:2)-Sieg der Madrilenen über den Abstiegskandidaten Athletic Bilbao. «Ich weiß nicht, was da geschieht. Wir sind sehr besorgt.»

Mijatovic hatte ohne Zweifel Recht damit, dass Schiedsrichter Alfonso Alvarez Izquierdo im Bernabéu-Stadion einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Er legte die Abseitsregel falsch aus, ließ grobe Fouls ungeahndet und annullierte legal erzielte Treffer. «Schlechter kann man nicht pfeifen», befand die spanische Sportpresse übereinstimmend. Aber die Schlussfolgerung des Real- Sportdirektors, daraus eine Verschwörungstheorie abzuleiten, konnte niemand so recht nachvollziehen.

«Die Fehler des Referees benachteiligten Bilbao wenigstens in gleicher Weise», räumte sogar das mit Real sympathisierende Sportblatt «As» ein. Athletics Trainer Joaquín Caparrós hielt dem Rekordmeister vor, sich im Gegner geirrt zu haben: «Reals Titelrivale ist der FC Barcelona, nicht der Schiedsrichter.»

Dabei gibt Barça den Madrilenen derzeit genug Anlass zur Sorge. Die Katalanen, 5:0-Sieger über UD Almería, schießen Tore wie am Fließband und zelebrieren ein Kombinationsspiel, das sogar die Madrider Presse ins Schwärmen geraten lässt. «Bei Barça spricht man vom Fußball, bei Real über die Schiedsrichter. Da ist klar, welcher Club sich auf dem falschen Weg befindet», meinte Roberto Palamar, Kolumnist des Sportblatts «Marca».


Das Team von Trainer Bernd Schuster spielt zwar keinen mitreißenden Fußball, rangiert in der Primera División aber gleichauf mit Barcelona (je 19 Punkte), nur einen Zähler hinter dem Tabellenführer FC Valencia (20). Dennoch ist Real zu einem Hort der Zwistigkeiten geworden: Die Club-Führung legte sich mit den Referees an, Schuster beschimpfte sich mit seinem Gegenüber Caparrós.

Auch im Kader schwelen Streitigkeiten. Verteidiger Sergio Ramos, ein Schlüsselspieler in der Real-Elf, beklagte sich öffentlich über den Coach und die Mitspieler: «Immer muss ich die Kastanien aus dem Feuer holen.» Dafür musste der Anwärter auf den Titel des «Fußballer des Jahres» gegen Bilbao auf der Ersatzbank schmoren. «Die vielen Zwistigkeiten trüben das Image Reals», warnte «As»-Chefredakteur Alfredo Relaño. «Jeder Streit ist schlimmer als eine Niederlage.»

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