Juventus Turins ehemaliger Geschäftsführer Antonio Giraudo und zehn Schiedsrichter müssen sich wegen Spielmanipulationen in der italienischen Fußball-Liga in Neapel vor einem Zivilgericht verantworten.
Die Angeklagten sollen vor drei Jahren gemeinsam mit Juves Ex-Manager Luciano Moggi Spiele zugunsten des italienischen Rekordmeisters manipuliert haben. Im Gegensatz zu dem ebenfalls in Neapel vor Gericht stehenden Moggi haben die elf Angeklagten einem verkürzten Verfahren zugestimmt. Dabei urteilt das Gericht nach Anhörung der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger ohne weitere Zeugenvernehmungen. Im Falle eines Schuldspruchs wird den Verurteilten dafür ein Drittel der Strafe erlassen. Giraudo hat seine Unschuld beteuert und alle Verantwortung auf Moggi abgewälzt: «Sollten diese Dinge passiert sein, so hat sie Moggi allein gemacht», sagte Giraudo.
Mit den Zivilprozessen in Neapel findet der Manipulationsskandal von 2006 seinen Abschluss. Vor zwei Jahren hat das Sportgericht des italienischen Fußballverbands Moggi und seine Komplizen bereits mit langjährigen Berufsverboten und Geldstrafen belegt. Juventus Turin war zum Zwangsabstieg in die zweite Liga verurteilt worden, andere Clubs erhielten Strafpunkte.