Warschau (dpa) - 27.10.2008, 16:29 Uhr
Drei Tage vor der Wahl der neuen Führung ist ein Ende der Krise im Polnischen Fußballverband (PZPN) weiterhin nicht in Sicht. Der Fiskus sperrte die Bankkonten des nationalen Verbandes.
Die Sprecherin des Warschauer Steueramtes, Agnieszka Zukowska, verwies auf ein laufendes Vollstreckungsverfahren als Grund dieser Maßnahme. Die Forderungen des Steueramtes beliefen sich auf rund 10 Millionen Zloty (ca. 2,7 Millionen Euro), sagte Zukowska. Laut PZPN wurden die Außenstände inzwischen beglichen. Der Verband habe um 12.30 Uhr freiwillig 8 858 459,88 Zloty überwiesen, teilte Vize-Präsident Eugeniusz Kolator mit.
Nach Medien-Angaben handelt es sich dabei um nicht bezahlte Mehrwertsteuer-Abgaben auf Einnahmen aus Übertragungsrechten. Die Finanzkontrolle war von 2006 bis 2008 durchgeführt worden. PZPN hält die Nachzahlungsforderungen für unbegründet. Der Verband will Berufung beim Hauptverwaltungsgericht einlegen.
Der PZPN-Generalsekretär Zdzislaw Krecina versicherte, die Blockade der Konten würde den einberufenen Wahlkongress nicht gefährden. Die Finanzreserven des Verbandes seien ausreichend, sagte Krecina. Sportminister Miroslaw Drzewiecki sieht ebenfalls keine Hindernisse. Die Wahl finde planmäßig statt, so Drzewiecki.
116 Delegierten sollen einen neuen Präsidenten und einen Stellvertreter wählen. Um das Amt bewerben sich vier Kandidaten, unter anderem die ehemaligen Fußballstars Grzegorz Lato und Zbigniew Boniek. Der Fußball in Polen leidet seit Jahren unter Korruption- und Gewaltproblemen.