Argentinien: Maradona als Co-Trainer im Gespräch
Buenos Aires (dpa) - 19.10.2008, 13:31 Uhr
Diego Armando Maradona hat in Argentinien immer ein Wort mitzureden.
Diego Maradona hat sich nachdrücklich als Trainer der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht. «Es ist der beste Moment für mich gekommen, die Leitung der Seleccion zu übernehmen. Das ist ein Riesentraum von mir, und ich stehe zur Verfügung», sagte Maradona in einem der zahlreichen Radio- und Fernsehinterviews, in denen er sich in den vergangenen Tagen für die Nachfolge des zurückgetretenen Alfio Basile empfahl. Von allen Bewerbern sei er «vielleicht der letzte in den derzeitigen Umfragen, aber sicherlich bin ich der erste in den Herzen der Argentinier». «Es ist der Moment gekommen, in dem wir, die wir 1986 allen soviel Freude bereitet haben, unsere Chance verdienen», sagte der 47- Jährige, der die «Albiceleste» vor 22 Jahren in Mexiko zu ihrem zweiten und bis dato letzten WM-Titel geführt hatte. Maradona erklärte sich auch bereit, die Verantwortung für die Nationalelf «an der Seite» der derzeit als Hauptkandidaten gehandelten Sergio Batista und Miguel Angel Russo übernehmen zu wollen, auch als Co-Trainer.
Russo, den Coach des argentinischen Tabellenführers San Lorenzo, nannte «El Diez» «eine großartige Person und ich könnte auch mit ihm arbeiten, aber meine Priorität ist es, den Job mit Batista zu machen». Batista führte Argentiniens U-21-Auswahl in Peking zum Olympiasieg, schon damals hatte ihn Maradona als Berater unterstützt. «Wenn Diego gewählt wird, weiß er, dass er nicht nur meine Unterstützung, sondern die des gesamten technischen Teams hat», gab Batista die Komplimente zurück, betonte aber auch seine eigenen Ambitionen: «Ich fühle mich bereit, dem Druck als Nationalcoach standzuhalten», sagte er. Russo, der als Favorit von AFA-Präsident Julio Grondona gilt, wollte sich derweil nicht äußern. |
Als Interimstrainer soll laut Medienberichten zunächst Batista im Freundschaftsspiel in Schottland am 19. November auf der Trainerbank sitzen. Wer dann mit der «Seleccion» die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika schaffen soll, die nach der 0:1-Schmach gegen Chile in Gefahr geraten ist, will der Argentinische Fußball-Verband (AFA) am 27. Oktober entscheiden. Und Verbandspräsident Grondona schloss nicht aus, dass auch Maradona am Ende das Rennen machen könnte: «Wie viele Mal habe ich gesagt, dass ich ihn gern auf diesem Platz sehen möchte. Es hängt von ihm ab», sagte Grondona. «Aber das werden wir sehen, wenn es soweit ist», wollte er sich an den Spekulationen aber nicht weiter beteiligen. Seine konkrete Aufstellung hat Maradona bereits im Kopf: «Meine Elf wären Carrizo; Angeleri, Demichelis, Heinze, Papa; Mascherano, Gago, Di Maria; Messi, Tevez und Aguero.»
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