Brasilien schießt sich auf dem Weg zur WM in Form
Rio de Janeiro (dpa) - 13.10.2008, 10:23 Uhr
Die Brasilianer Kaka (l) und Robinho feiern ihre Treffer gegen Venezuela.
Weder schwere Magenprobleme noch der Gegner konnten Brasiliens Samba-Kicker diesmal auf dem steinigen Weg zur Fußball-WM 2010 in Südafrika stoppen. Der Rekord-Weltmeister gewann in Venezuela trotz unschöner Begleiterscheinungen souverän 4:0 (3:0). Brasilien belegt in der südamerikanischen Qualifikation weiter Tabellenplatz zwei hinter Paraguay (20 Punkte), aber vor dem Erzrivalen Argentinien (je 16). Nach dem mageren 0:0 gegen Bolivien war es ein wichtiger Sieg für die «Seleção», deren Akteure vor allem die Halbzeitpause bitter nötig hatten: Bayern-Profi Lucio und Elano mussten sich in der Kabine übergeben, anderen Akteuren war auch übel. Vor 50 000 Zuschauern im Stadion Pueblo Nuevo in San Cristobal stand unter anderem die Zukunft von Brasiliens Coach Carlos Dunga auf dem Spiel. Dank früher Tore der Offensiv-Asse Kaká (6.), Robinho (10.) und Adriano (19.) kauften die Gäste den Venezolanern aber schnell den Schneid ab. Nach der Pause erhöhte Robinho (66.).
Nach dem Match schimpften mehrere Brasileiros auf die Venezolaner. «In diesem Land funktioniert nichts», klagte Dunga. Man sei bei der Ankunft 90 Minuten im Flugzeug festgehalten worden, Hotelangestellte hätten Höllenlärm gemacht, «und dann das Essen». Böse Absicht wollte Mittelfeldmann Gilberto Silva den Gastgebern aber nicht unterstellen. «Ich will lieber nicht denken, dass da etwas geplant wurde». Milans Weltfußballer Kaka, der die Südamerika-Ausscheidung einst als «Krieg» bezeichnete: «Wir haben Herz und Schnelligkeit an den Tag gelegt, alles, was man von einer brasilianischen Nationalelf erwartet». Er habe Trainer Dunga umarmt, um dem Gerede über interne Probleme ein Ende zu bereiten, so Kaká. Die Zeitung «Folha de Sao Paulo» fand die Leistung des fünfmaligen Weltmeisters «überzeugend», «Estado de Sao Paulo» berichtete von einem «sehr ruhigen Abend». Die Bundesliga- Legionäre Lucio und Josué (Wolfsburg) hatten in der Defensive kaum Arbeit. Brasilien gelang die Revanche für die im Juni erlittene 0:2- Schlappe: Nun lautet die Bilanz 18:1 für den übermächtigen Nachbarn. |