London (dpa) - 22.10.2004, 11:05 Uhr
Der rumänische Nationalspieler Adrian Mutu hat den Konsum von Kokain abgestritten. «Ich habe kein Kokain genommen. Ich nahm etwas, um mich besser zu fühlen», sagte der 25 Jahre alte Stürmer des englischen Premier-League-Vereins FC Chelsea laut BBC dem rumänischen Fernsehen.
Zuvor hatte der Chef der Profi-Fußballer-Vereinigung, Gordon Taylor, noch erklärt, dass Mutu einen positiven Test auf Kokain bestätigt habe. Mutu sagte, er habe lediglich etwas zur Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit genommen. «Das mag zwar lustig sein, aber es ist die Wahrheit», zitierte der «Daily Mirror» den für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannten Rumänen. «Ich bin nicht drogenabhängig», stellte Mutu klar. «Bis zu meiner offiziellen Stellungnahme möchte ich aber nicht mehr dazu sagen», erklärte der Angreifer. «Alles, was ich im Moment sagen kann, ist, dass ich mich von meinen besten Freunden verraten fühle.»
Mutu, dem eine Sperre von bis zu zwei Jahren droht, will in einer Pressekonferenz voraussichtlich in der kommenden Woche Anschuldigungen von sich weisen, dass er drogenabhängig ist. Der englische Verband und der FC Chelsea äußerten sich zunächst zu dem Vorfall nicht.
Der Rumäne geht davon aus, dass der FC Chelsea ihn zwar nicht entlassen, dafür aber während der drohenden Sperre nicht bezahlen wird. «Höchstwahrscheinlich werde ich nach Italien zurückgehen und dort wieder spielen müssen», sagte Mutu. Er war im vergangenen Jahr für 23 Millionen Euro vom AC Parma nach Chelsea gewechselt, hatte sich mit Trainer José Mourinho bereits vor dem positiven Test aber überworfen.
Mutu räumte sogar ein, in der vergangenen Woche gegenüber Mourinho handgreiflich geworden zu sein und damit gedroht zu haben, was passiere, wenn dieser nach Rumänien komme. «In einem Moment völligen Wahnsinns habe ich ihn sogar gestoßen», gab Mutu zu, «aber nun bin ich ruhiger und muss sagen, dass ich nichts gegen den Trainer habe.» Grund für die Auseinandersetzung war, dass Mutu trotz einer Knie- Verletzung und gegen des Willen des Trainers zum WM- Qualifikationsspiel gegen Tschechien geflogen war.