Polens Sportminister bleibt im Fußball-Streit hart
Warschau (dpa) - 02.10.2008, 17:22 Uhr
PZPN-Generalsekretär Krecina (l) und Pressesprecher Kozminski verlassen ein Treffen in Warschau.
Der polnische Sportminister Miroslaw Drzewiecki bleibt im Streit mit dem nationalen Fußballverband PZPN trotz der Drohungen seitens der FIFA und UEFA hart. Sein Auftrag sei die «Säuberung» des polnischen Sports von Korruption und Rechtsbruch, sagte Drzewiecki vor dem parlamentarischen Sportausschuss in Warschau. Er werde dabei «rücksichtslos» handeln, versicherte der Politiker der Regierungspartei Bürgerplattform (PO). Nach seiner Auffassung sollte es auch im Interesse von FIFA und UEFA liegen, dass der Polnische Fußballverband das Recht befolge. Deshalb fürchte er nicht, dass Polens Nationalmannschaft von den WM- Qualifikationsspielen ausgeschlossen werden könne, meinte Drzewiecki. Auf seinen Antrag hin hatte am 29. September ein Gericht beim Polnischen Olympischen Komitee (PKOL) einen kommissarischen Verwalter beim PZPN eingesetzt. Dieser suspendierte die Verbandsführung. Zwei Tage später forderte der FIFA-Präsident Joseph Blatter Polens Behörden auf, bis zum kommenden Montag den Verwalter abzuberufen und die alte PZPN- Spitze wiederherzustellen. Sonst seien die beiden nächsten WM- Qualifikationsspiele der polnischen Nationalelf gefährdet, warnte Blatter. Polen soll am 11. und 15. Oktober gegen Tschechien und die Slowakei spielen.
Vor Parlamentariern wiederholte Drzewiecki seine Vorwürfe gegen den Fußballverband. Dieser habe rechtswidrig agiert und keinen wirksamen Kampf gegen die Korruption geführt. Drzewiecki wollte die Dokumente, die diese Unregelmäßigkeiten belegen sollen, der FIFA und UEFA zuschicken. Wie die Zeitung «Dziennik» berichtete, erwäge die Regierung eine Beschwerde gegen FIFA und UEFA bei der Europäischen Kommission. Um einen Ausweg aus der Krise zu finden, traf sich Drzewiecki mit einer PZPN-Delegation. Die Gespräche sollen am 3. Oktober fortgesetzt werden. Die meisten polnischen Medien unterstützen den harten Kurs des Sportministers gegen den Fußballverband und kritisieren die Einmischung der internationalen Dachorganisationen. So arrogant wie die beiden Chefs von FIFA und UEFA habe sich gegenüber Polens Regierung sogar Wladimir Putin bislang nicht benommen, kommentierte «Dziennik».
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