Zeitung: Polen gibt im Führungsstreit nicht nach
Warschau (dpa) - 02.10.2008, 14:27 Uhr
Zbigniew Kozminski (m), Zdzisaw Krecina (l) und Jerzy Engel vom PZPN bei einer Pressekonferenz.
Die polnische Regierung will im Streit mit den internationalen Fußball-Dachorganisationen FIFA und UEFA nach Angaben der Zeitung «Dziennik» nicht nachgeben. «Die Regierung will keinen halben Schritt zurückgehen», schrieb das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise in Warschau. Falls die beiden Organisationen ihr Vorgehen nicht änderten, werde sich die Regierung bei der Europäischen Kommission beschweren. Der FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte am Mittwoch in einem Brief an den polnischen Fußballverband PZPN Polen vor dem Ausfall der beiden nächsten WM-Qualifikationsspiele gewarnt. Er verlangte, bis zum kommenden Montag den vom Gericht eingesetzten Verwalter des PZPN abzuberufen und die alte Führung des Verbandes wiederherzustellen. Polen soll am 11. und 15. Oktober gegen Tschechien und die Slowakei spielen. Ein Berater des polnischen Sportministers Miroslaw Drzewiecki bezeichnete laut «Dziennik» den Blatter-Brief als «Erpressung» und «Schlag unter die Gürtellinie».
Drzewiecki wirft dem nationalen Fußballverband Rechtsbruch und fehlende Entschlossenheit, die Korruption zu bekämpfen, vor. Auf seinen Antrag setze vor drei Tagen das Schlichtungsgericht beim Polnischen Olympischen Komitee einen kommissarischen Verwalter ein, der die Verbandsspitze suspendierte. Die FIFA und UEFA erkennen dieses Vorgehen nicht an.
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