Der Machtkampf im polnischen Fußball dauert an. Der vom Gericht eingesetzte kommissarische Verwalter des Polnischen Fußballverbandes PZPN, Robert Zawlocki, wies die Einmischung internationaler Fußballverbände in Polen zurück.
Er sei auf der Grundlage des polnischen Gesetzes einberufen worden, daher seien FIFA und UEFA nicht berechtigt, über die Legalität seiner Wahl und seines Handelns zu entscheiden, teilte Zawlocki in einer schriftlichen Erklärung mit. Einige PZPN-Vorstandsmitglieder bedienten sich der internationalen Verbände, um eigene Ämter zu behalten. Sie stellten damit ihre persönlichen Interesse über das Wohl des polnischen Fußballs, so der Verwalter.
Das Schlichtungsgericht des Polnischen Olympischen Komitees (PKOL) hatte auf Antrag des Sportministers Miroslaw Drzewiecki die PZPN-Verbandsführung um Präsident Michal Listkiewicz überraschend suspendiert und den kommissarischen Verwalter eingesetzt. Als Begründung wurden «zahlreiche Unregelmäßigkeiten», darunter Unterlassung wirksamer Maßnahmen gegen die Korruption angegeben.
Die UEFA und FIFA erkennen die neue Führung nicht an. Als Konsequenz würde jedes nicht vom bisherigen Präsidium abgezeichnete Schriftstück als «irrelevant» betrachtet, teilten FIFA und UEFA in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Man werde das Internationale Olympische Komitee IOC anrufen, um die «Verletzung der Autonomie von Sportverbänden» zu bewerten.