FIFA und UEFA lehnen grundsätzlich jede Einmischung von staatlichen Institutionen in Angelegenheiten der nationalen Verbände ab und haben in den vergangenen Jahren mehrfach Mitglieder deswegen suspendiert. Listkiwicz nannte den Fall eine «Blamage» für Polen. Bisher seien solche Fälle «nur aus Togo oder Malaysia» bekannt gewesen. Sportminister Drzewiecki wies den Vorwurf der Einflussnahme zurück, obwohl er den entscheidenden Antrag beim PKOL gestellt hatte. In Polen gibt es auch Stimmen, die einen Wechsel an der Fußball-Spitze befürworten. Jan Tomaszewski, bei der WM 1974 in Deutschland Polens Nationaltorwart, nannte das Vorgehen von UEFA und FIFA eine «Erpressung». Die internationalen Institutionen agierten wie die «Mafia». Sportminister Drzewiecki hält an seinen schweren Vorwürfen gegen die Spitze des polnischen Fußballverbandes PZPN trotz der Kritik von FIFA und UEFA fest. Er sei überzeugt, dass die beiden Fußball-Verbände nach Analyse der Dokumente seine Bewertung teilen würden, sagte Drzewiecki vor Journalisten in Warschau. Es gehe um das Wohl des polnischen Fußballs. Er könne sich deshalb nicht vorstellen, dass die UEFA und FIFA den Rechtsbruch in einem ihrer nationalen Verbände hinnehmen könnten. «Der Fußball sollte sauber sein», so Drzewiecki.
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