Nach den Ausschreitungen beim Fußball-Lokalderby Espanyol gegen FC Barcelona (1:2) hat ein Ermittlungsrichter fünf Barça-Fans in Untersuchungshaft eingewiesen.
Die Angehörigen des berüchtigten Fanclubs «Boixos Nois» (Verrückte Jungs) sollen bei der Partie am 27. September brennende Feuerwerkskörper in der Ränge der Espanyol-Anhänger geschossen haben. Ihnen drohen nach Presseberichten Haftstrafen von bis zu viereinhalb Jahre.
Espanyol wird im Verfahren gegen die Randalierer als Nebenkläger auftreten. Der Club zog allerdings eine frühere Ankündigung zurück, mehrere Fußballer des FC Barcelona zu verklagen, die ihren Sieg vor den Rängen ihrer Fans gefeiert hatten. Es sei die Aufgabe der Behörden zu entscheiden, ob die Barça-Profis damit ihre Fans zur Gewalt angestachelt hätten, entschied die Clubführung von Espanyol.
Nach den Ausschreitungen hatte es schwere Vorwürfe gegen die katalanische Polizei und gegen den Sicherheitsdienst von Espanyol im Olympiastadion gegeben, weil sie den Randalierern die bengalischen Feuer nicht rechtzeitig abgenommen hatten. «Bei den Sicherheitsvorkehrungen ist etwas schief gelaufen», räumte der katalanische Innenminister Joan Saura ein. Der Linkssozialist hatte als Jugendlicher selbst für den FC Barcelona gespielt.