Ballacks Chelsea wieder Spitze
London (dpa) - 28.09.2008, 11:29 Uhr
Nicolas Anelka schoss das zweite Tor für Chelsea gegen Stoke City.
Nach einer Demütigung für den Lokalrivalen FC Arsenal ist Michael Ballack mit dem FC Chelsea in der englischen Fußball-Premier-League wieder obenauf. Die «Blues» gewannen am 6. Spieltag mit 2:0 bei Aufsteiger Stoke City und eroberten die Tabellenführung zurück, weil der bisherige Spitzenreiter Arsenal eine bittere 1:2-Heimschlappe gegen Neuling Hull City einsteckte. «Das ist eine schockierende Niederlage», gestand Arsène Wenger, der sich seinen zwölften Jahrestag als Coach der «Gunners» anders vorgestellt hatte. Die Presse feierte die «Hull-Helden», die zuletzt 1915 mit Arsenal in der gleichen Liga spielten, für ihre «tapfere und ehrliche Leistung» («Sunday Telegraph»). Die Aufgabe für Ballack, der am Freitag seinen 32. Geburtstag feierte, und seine Teamkollegen stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Ein rasanter Antritt von Portugals Nationalverteidiger José Bosingwa brachte Chelsea in Front (36. Minute), der Franzose Nicolas Anelka sorgte erst eine Viertelstunde vor Schluss für die Entscheidung. Der DFB-Kapitän hatte zwei Torchancen und war an fast allen guten Spielzügen beteiligt. Allerdings unterlief ihm auch der eine oder andere Abspielfehler. «Es ist unmöglich, immer schönen Fußball zu spielen», räumte Chelsea-Trainer Luiz Felipe Scolari ein, dessen Mannschaft 2008 weiter ohne Liga-Niederlage ist.
Arsenal verlor dagegen schon zum zweiten Mal in der Saison. «Hull hat 90 Minuten lang gekämpft, und wir waren von Anfang an nicht voll da», sagte Wenger. Ein Eigentor von Paul McShane (51.) brachte Arsenal in Front, aber die «Tigers» glichen durch einen Distanzschuss des Brasilianer Deiberson Giovanni aus (62.). Daniel Cousin sorgte kurz darauf für die Sensation (66.). «Das ist eines unserer großartigsten Resultate», freute sich Hull- Trainer Phil Brown, dessen Mannschaft mit elf Punkten nur einen weniger als Arsenal auf dem Konto hat. «Es ist ein Beweis, dass die Premier-League die Fußball-Romantik nicht zerstört hat», fasste die «Sunday Times» den Abend im Emirates-Stadion zusammen, das erst zum zweiten Mal seit der Eröffnung im Sommer 2006 von einer Gastmannschaft gestürmt wurde. |